Schon getestet

Microsofts neue Xbox 360 auf dem Prüfstand

Spiele
24.06.2010 09:38
Eben erst auf der E3 in Los Angeles vorgestellt, hat die neue Xbox 360 bereits ihren Weg in die krone.at-Redaktion gefunden. Drei Wochen vor dem Verkaufsstart am 16. Juli erfährst du hier, was die neue Microsoft-Konsole kann und was sie von ihrem Vorgängermodell unterscheidet.

Auch für Laien erkennbar bei der neuen Xbox 360 S, so die offizielle Bezeichnung, ist die optische Veränderung: Nicht mehr matt, sondern glänzend schwarz erstrahlt fortan die Oberfläche. Mit ihr allerdings leider auch jeder noch so kleine Fingerabdruck nach dem ersten Wurstsemmel-Verzehr des Tages. Häufigeres Putzen ist also angesagt. Umrahmt wird das nun deutlich eleganter wirkende Hochglanz-Spielgerät an den Kanten von schmalen Leisten in Chrom-Optik.

Ebenfalls silbern: die nun berührungsempfindlichen Tasten. Während der Start-Button das Darüberfahren des Fingers mit einem "Di-dit" quittiert, erklingt beim Öffnen des DVD-Laufwerks ein freundliches "Bing". Ob Microsoft damit indirekt Werbung für seine gleichnamige Suchmaschine zu machen versucht, darüber kann nur spekuliert werden.

Bilder der neuen Xbox 360 in der Infobox!

Unterhalb des Start-Buttons unter einer Abdeckung versteckt befinden sich wie gehabt zwei USB-Ports. Nicht mehr zu finden sind hingegen die beiden Einschübe für die sogenannten Memory Units, speichert die Xbox seit einem Firmware-Update Anfang April Speicherstände, Profile und andere Daten doch auch auf gewöhnlichen USB-Sticks mit Kapazitäten zwischen jeweils 1 und 16 Gigabyte. 

Neue Anschlussmöglichkeiten
Auf der Rückseite befinden sich schließlich drei weitere USB-Ports, ein Ethernet-Anschluss, HDMI sowie – neu – ein optischer Audioausgang. Ebenfalls Premiere bei der Xbox 360 S feiert ein "Kinect-Zusatzanschluss", über den die gegen Ende des Jahres erscheinende Bewegungssteuerung von Microsoft angestöpselt werden kann. Um in den Genuss von Kinect zu kommen, bedarf es allerdings nicht zwingend der neuen Konsole: Mittels USB lässt sich Kinect auch mit älteren Xboxen verbinden, allerdings wird dann ein zusätzlicher Netzadapter benötigt, der den Kinect-Sensor mit Strom versorgt.

Stromsparender, leiser, kleiner
Apropos Strom: Der Bedarf ist ersten Messungen der Website "Anandtech" zufolge auf 70 bis 90 Watt gesunken und liegt damit in etwa gleichauf mit dem neuesten PS3-Modell. Ermöglicht wird dies durch die Vereinigung von Haupt- und Grafikprozessor in einem Chip. Die Xbox 360 S ist damit nicht nur leiser als ihr Vorgängermodell (wenngleich das Laufwerk im Spielbetrieb noch immer deutlich zu hören ist), sondern auch kompakter. In der Höhe büßt die Konsole zwar nur wenige Zentimeter ein, dafür befinden sich ab sofort sowohl WLAN (unterstützt wird der schnelle Standard 802.11n) als auch die neue 250-GB-Wechselfestplatte im Gehäuse. 

Neue Festplatte erfordert Datenmigration
Microsoft setzt hier im Gegensatz zu Sonys PS3, in der handelsübliche 2,5-Zoll-Festplatten verbaut sind, auf ein proprietäres System. Die bisherigen externen Festplatten werden nicht mehr unterstützt. Wer seine Daten von der alten auf die Slim-Konsole übertragen möchte, kann dies jedoch per USB-Stick tun. Für Datenmengen über 16 GB bietet Microsoft zum Verkaufsstart für rund 17 Euro im Handel ein "Festplattenübertragungskit" feil, mit dem sich Profile, Savegames und Co einmalig übersiedeln lassen. Im Test funktionierte dies zuverlässig und schnell. Eine knapp fünf Gigabyte große Datenmenge ließ sich mit Hilfe des Kabels in gut fünf Minuten übertragen.

Im Lieferumfang der ab 16. Juli für 249 Euro erhältlichen Konsole enthalten sind hingegen ein Controller, ein Headset, das sichtlich geschrumpfte Netzteil sowie ein Composite-AV-Kabel. Auf die Beigabe eines HDMI-Kabels wurde leider verzichtet.

Fazit: Die neue Xbox 360 S in Fingerabdruck zum Vorschein bringender Hochglanz-Optik ist kleiner (allerdings weniger als vermutet), leiser (allerdings weniger als erhofft) und stromsparender. Mehr Speicher, zusätzliche Anschlussmöglichkeiten und das integrierte WLAN sind weitere Verbesserungen, für die Microsoft nicht einmal einen Aufschlag verlangt. Wer kurz vor der Anschaffung einer Xbox steht, sollte demnach tunlichst darauf achten, nicht mehr eines der Auslaufmodelle zu erwischen und stattdessen zur neuen Xbox 360 S greifen. Im Herbst soll übrigens für 199 Dollar auch eine abgespeckte Arcade-Version der neuen Slim-Variante auf den Markt kommen. Ob diese es auch nach Österreich schaffen wird, und wenn ja, zu welchem Preis, ist bislang ebenso offen wie die Frage, auf welche Komponenten Microsoft verzichten will.

von Sebastian Räuchle

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