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Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 8

20.03.2009, 10:55
Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 8
Microsoft hat am Donnerstag nach mehr als einjähriger Entwicklungszeit den Internet Explorer 8 (IE 8) veröffentlicht. Laut den Redmondern soll er zahlreiche Vorteile gegenüber seinen Konkurrenten von Google und Co. bieten: Er zeige die meisten Webseiten schneller an und benötige im Vergleich zu seinem Vorgänger weniger als ein Fünftel des Arbeitsspeichers. Seit der Veröffentlichung des Release Candidate 1 des IE 8 habe Microsoft vor allem an Fehler- Korrekturen gearbeitet. Neue Funktionen habe das Unternehmen nicht mehr hinzugefügt.

Geschwindigkeit und ein "komfortableres Browsen" seien die wichtigsten Ziele des Entwicklerteams gewesen, sagte der Technikexperte von Microsoft Deutschland, Daniel Melanchthon. "Wir haben unter der Haube eine ganze Reihe von Verbesserungen einfließen lassen und Probleme beseitigt." Auch um die Sicherheit haben sich die Programmierer besonders gekümmert - in der Vergangenheit waren beim Internet Explorer zahlreiche Sicherheitslücken aufgetreten.

Hält sich an internationale Standards

Die wichtigste Änderung aber bleibt für die Nutzer weitgehend unsichtbar: Der IE 8 ist der erste Microsoft- Browser, der sich allein an die internationalen Standards HTML, XML und CSS hält. Bei früheren Versionen habe es im Internet Explorer Funktionen gegeben, "die nicht standardisiert waren", räumte Melanchthon ein. Weil aber das Microsoft- Programm da bereits der meistverwendete Browser war, haben sich viele Web- Designer bei der Gestaltung ihrer Seiten den falschen Vorgaben angepasst. "Wir haben Milliarden Webseiten draußen, die nicht konform geschrieben sind", sagte der Microsoft- Mitarbeiter.

Bisherige Darstellung emuliert

Diese werden jetzt vom neuen Internet Explorer möglicherweise nicht mehr richtig angezeigt. Deswegen hat Microsoft in den IE 8 einen Schalter eingebaut, mit dem die bisherige Darstellung "emuliert", also angepasst werden kann. Ein "Quirks- Modus" emuliert eine ältere IE- Version, um die "falsch" programmierten Webseiten so anzuzeigen, wie sie gedacht sind. Melanchthon erklärte, dass dies sowohl vom Entwickler einer Webseite als auch vom Nutzer entsprechend eingestellt werden könne. Außerdem werde Microsoft die meistbesuchten Internet- Anbieter ansprechen und ihnen helfen, veraltete Seiten auf die standardkonforme Codierung umzustellen.

Zur verbesserten Geschwindigkeit bei der Darstellung der Webseiten sagte Melanchthon: "Hier hat die Rendering Engine (die Software für die Ausgabe der Web- Informationen am Bildschirm) im Vergleich zum IE 7 gewaltige Fortschritte gemacht." In internen Tests habe sich gezeigt, dass der neue Internet Explorer 12 der 25 weltweit meistbesuchten Webseiten von allen Browsern am schnellsten anzeige. Bei neun Seiten lag dem Microsoft- Test zufolge der Google- Browser Chrome vorn, in vier Fällen der Firefox des Open- Source- Projekts Mozilla.

Geringer RAM- Bedarf

Wer mit dem Notebook oder dem noch kleineren Netbook unterwegs ist, profitiert von dem geringeren Ressourcenverbrauch des neuen Browsers. Die größten Verbesserungen gab es beim Arbeitsspeicher (RAM). Während sich der im August 2006 eingeführte IE 7 nach Angaben Melanchthons mit 990 Megabyte ziemlich breit macht, ist der RAM- Bedarf beim IE 8 auf 141 MB beschränkt, also weniger als ein Fünftel. Und bei den Anforderungen an den Prozessor werden nur noch 75 bis 80 Prozent der Leistung benötigt, die für den IE 7 erforderlich sind.

Neu: Webslices und Schnellinfos

In der Bedienung des Browsers fallen zwei Neuerungen ins Auge. Mit "Webslices" können einzelne Abschnitte einer Webseite gewissermaßen ausgeschnitten und abonniert werden, um alle Neuerungen in diesem Bereich sofort zu erhalten. Das können etwa ein Wetterbericht oder die letzte Ziehung der Lottozahlen sein. Eingerichtet wird ein "Webslice" im Code der Webseite; es handelt sich um eine Kombination von RSS mit Grafikfunktionen und der Favoriten- Verwaltung des Browsers.

Die "Schnellinfos" sind eine Abkürzung für die Verbindung von Informationen und Webanwendungen. So lässt sich etwa eine Postadresse auf einer Karte anzeigen. Die Zahl der dabei erforderlichen Mausklicks werde von acht auf zwei verringert, erklärte Melanchthon. Neben dem Aufrufen einer Landkarte sind die Internetsuche, das Nachschlagen oder das Aufrufen einer Übersetzung weitere möglichen Anwendungen. Hier lässt der Software- Riese auch die Einbindung von "Fremdsoftware" wie Google Maps oder Wikipedia zu.

Den Link zum Download findest du in der Infobox! 

Der neue Browser wird auch Bestandteil des Vista- Nachfolgers Windows 7 sein. Melanchthon bestätigte, dass es bei diesem System auch eine Funktion geben wird, um den Internet- Explorer zu deaktivieren. Damit reagiere Microsoft auf Kundenwünsche, sagte Melanchton. Die Koppelung von Betriebssystem und Browser hat zuletzt immer wieder zu kartellrechtlichen Konflikten mit der EU- Kommission geführt.

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