Sinofsky ließ offen, wann der Windows-7-Nachfolger auf den Markt kommen wird. Experten gehen aber davon aus, dass Microsoft Windows 8 im kommenden Jahr starten wird, spätestens im Oktober 2012. Die Oberfläche von Windows 8, die neben Maus und Tastatur auch mit Fingergesten bedient werden kann, unterscheidet sich auf den ersten Blick radikal von den bisherigen Windows-Versionen und ähnelt stark der Oberfläche von Windows Phone 7, dem Microsoft-Betriebssystem für Smartphones.
Microsoft verzichtet auf den gewohnten Start-Knopf für den Aufruf des Programm-Menüs, der mit Windows 95 eingeführt wurde. Außerdem fehlt am unteren Bildschirmrand die sogenannte Taskleiste, in der sonst die Symbole der geöffneten Programme und Dokumente zu sehen sind.
Ständig aktualisierte "Live-Kacheln"
Programme für die neue Oberfläche werden mit Web-Technologien (HTML5 und JavaScript) geschrieben. Dazu gehören auch die von Windows Phone 7 bekannten "Live-Kacheln", die Inhalte aus dem Web wie Wetter-Informationen oder Status-Meldungen von lokal installierten Programmen ständig aktualisiert darstellen.
Die aus den vorherigen Windows-Versionen Vista und Windows 7 bekannte Oberfläche ist aber nicht komplett verschwunden. So erscheinen beispielsweise beim Start eines Office-Programms von Microsoft der Start-Button und die übliche Taskleiste.
"Nicht nur eine neue Oberfläche"
Microsoft-Managerin Julie Larson-Green verwahrte sich auf der Konferenz jedoch gegen die Einschätzung, bei Windows 8 handele es sich nur um eine zusätzliche Schicht ("Layer"), die auf das alte Windows gestülpt worden sei. Windows 8 unterstütze alle PC-Funktionen wie etwa das Dateisystem. Daher handle es sich um ein richtiges Betriebssystem, nicht nur um eine neue Oberfläche.
Microsoft stellt üblicherweise alle zwei bis drei Jahre eine neue Windows-Version vor. Die jüngste Variante, Windows 7, wurde im Oktober 2009 auf den Markt gebracht. Beim weltgrößten Software-Konzern arbeiten nach Angaben von Sinofsky insgesamt rund 6.000 Beschäftigte an Windows und dem Online-Dienst Windows Live, darunter 1.600 Software-Ingenieure.
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