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Lärmendes Handy stoppt New Yorker Philharmoniker

13.01.2012, 10:30
Lärmendes Handy stoppt New Yorker Philharmoniker (Bild: EPA)
Foto: EPA
"Sie wollten Blut sehen" – mit diesen Worten beschreibt ein Zuschauer die aufgeheizte Stimmung während einer Aufführung der New Yorker Philharmoniker von Gustav Mahlers Neunter Symphonie im New Yorker Lincoln Center. Was das Publikum derart in Rage versetzte: ein klingelndes Handy, das Chef- Dirigent Alan Gilbert schließlich sogar dazu veranlasste, das Konzert zu unterbrechen, wie die "New York Times" am Donnerstag berichtete.

Alan Gilbert bringt so schnell nichts aus dem Takt, doch diese Aufführung am Dienstagabend wird ihm wohl noch längere Zeit in Erinnerung bleiben: Ausgerechnet in den letzten Minuten von Mahlers emotionalem Werk begann ein Handy lautstark zu klingeln. Als das aus der ersten Reihe kommende Geräusch partout nicht aufhören wollte, brach Gilbert vor 2.750 Konzertbesuchern vorübergehend ab.

"Ich entschuldige mich für die Unterbrechung. Normalerweise ignorieren wir solche Sachen. Aber bei einer so ungeheuerlichen Störung fühle ich mich gezwungen zu stoppen", sagte der Dirigent. Die Ermahnung half jedoch nichts: Ungeachtet des Aufrufs, das Klingeln abzustellen, tönte das Handy munter weiter. "Nichts passierte, niemand wollte sich zu dem Klingeln bekennen. Es war total unwirklich", so Gilbert gegenüber der "New York Times" .

Schnell machte sich Unmut im Publikum breit. Rufe wie "Schmeißt ihn raus!", "Es reicht!" oder "1.000 Dollar Strafe!" machten dem Bericht nach die Runde. "Sie wollten Blut sehen", schilderte Blogger Max Kinchen, der sich an dem Abend unter den Gästen befand, den Vorfall. Erst nach mehrmaligem Bitten Gilberts verstummte das Klingeln schließlich.

Der Störenfried konnte im Nachhinein identifiziert werden. Laut "New York Times" habe er sein Handy – ein iPhone – erst einen Tag zuvor von seiner Firma erhalten. Als es losging, sei er sich gar nicht bewusst gewesen, dass es sich um sein Handy gehandelt habe, heißt es.

Denn wie es sich gehört, hatte der namentlich nicht genannte Mann - der sich inzwischen aufrichtig bei Gilbert und seinen Philharmonikern entschuldigt hat - das iPhone vor dem Konzert lautlos gestellt. Was er allerdings nicht wusste: Anrufe waren damit zwar stumm gestellt, nicht jedoch die Alarmfunktion, die ungeachtet des Tumults im Publikum weiter lärmte.

AG/red
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