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Kein klares Ergebnis bei Großstudie zu Handystrahlung

17.05.2010, 10:24
Kein klares Ergebnis bei Großstudie zu Handystrahlung (Bild: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images)
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images
Die bisher größte Untersuchung zu möglichen Verbindungen zwischen Handygebrauch und Hirnkrebs hat keine klaren Ergebnisse gebracht. In die über zehn Jahre laufende Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die Daten von fast 13.000 Handy- Nutzern aus 13 Ländern eingeflossen. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob der Gebrauch von Mobiltelefonen das Krebsrisiko erhöht.

"Die Ergebnisse erlauben wirklich nicht den Schluss, dass von der Handynutzung ein Risiko ausgeht", sagte der Direktor der Internationale Forschungsagentur für Krebs (IARC) der WHO, Christopher Wild, am Sonntag. Für eine Entwarnung sei es aber auch zu früh. "Es wäre voreilig zu sagen, dass mit der Handynutzung kein Risiko verbunden ist."

Die Ergebnisse der Großstudie waren mit Spannung erwartet worden - sowohl von Handyherstellern als auch von Interessengruppen, die in Mobiltelefonen eine Ursache von Hirntumoren vermuten. Die Studie wurde zum Teil mit Geldern der Mobilfunkindustrie finanziert. Die 21 Forscher mussten nun einräumen, dass ihre Untersuchung eine klare Antwort schuldig bleibt.

Schwächen in der Untersuchung

Ein Problem sei, dass die Studie bereits im Jahr 2000 gestartet wurde. Im Untersuchungszeitraum sei die Handynutzung noch deutlich geringer gewesen als heute. Selbst die besonders intensiven Mobiltelefonierer in der Studie hätten ihr Handy im Schnitt nur eine halbe Stunde am Ohr gehabt. Inzwischen nutzten jedoch gerade junge Leute ihr Handy eine Stunde oder mehr am Tag. Allerdings seien die modernen Mobiltelefone auch strahlungsärmer, es werde mehr über SMS kommuniziert und es würden verstärkt Headsets eingesetzt.

Eine weitere Schwäche der Untersuchung sei, dass die Teilnehmer - eine Gruppe von Personen mit Hirntumoren und eine Kontrollgruppe Gesunder - im Nachhinein nach ihren Telefongewohnheiten befragt wurden. Daraus könnten Ungenauigkeiten resultieren, weil die Probanden sich irrten, räumten die Forscher ein.

Entgegen den weitläufigen Erwartungen kam bei der Studie heraus, dass Handynutzer eher ein geringeres Hirnkrebsrisiko hatten, als Personen, die nie ein Mobiltelefon benutzt hatten. "Wir können aber nicht einfach ausschließen, dass es keine Auswirkungen gibt", sagte die Forschungsleiterin Elisabeth Cardis. Andererseits zeigten die Ergebnisse nämlich auch, dass das Telefonieren mit dem Handy über sehr lange Zeit das Erkrankungsrisiko leicht erhöhen könnte. Dieses Resultat gilt jedoch auch als unsicher.

Neue Studie könnte konkretere Ergebnisse bringen

Konkrete Ergebnisse erhofft man sich nun von einer unlängst gestarteten europäischen Studie, die mindestens eine Viertel Million Menschen in fünf europäischen Ländern nach ihrer gegenwärtigen Handynutzung befragen soll. Sie gilt als genauer.

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