"Project Web"

Interpol entdeckte Hunderte Elfenbein-Auktionen im Web

Web
07.03.2013 12:49
Interpol hat im Rahmen der Untersuchung "Projekt Web" innerhalb von zwei Wochen Hunderte illegal gehandelte Elfenbein-Artikel auf Internet-Auktionsseiten in neun europäischen Ländern aufgestöbert. Geschätzter Gesamtwert: 1,45 Millionen Euro. Unterstützt wurden die Ermittler dabei vom Internationalen Tierschutz-Fonds IFAW.

"'Project Web' ist die erste international koordinierte Untersuchung des illegalen Online-Handels mit Elfenbein", so Robert Kless, Leiter der Kampagne gegen illegalen Wildtierhandel beim IFAW Deutschland. "Es ist dringend notwendig, dass Vollzugsbehörden global zusammenarbeiten, um den Profiteuren des blutigen Elfenbeingeschäfts das Handwerk zu legen, die zunehmend das Internet für ihre kriminellen Aktivitäten nutzen."

Vorherige Untersuchungen des IFAW hatten gezeigt, dass Elfenbein das am meisten gehandelte Wildtierprodukt im Internet ist. Daher entschied man sich bei der Studie, diesen Markt genauer zu untersuchen. Die Beamten stießen auf 660 Angebote für Elfenbein auf 61 verschiedenen Auktionsseiten mit einem geschätzten Gesamtgewicht von 4.500 Kilogramm, hieß es in einer Aussendung.

Verfolgung von Elfenbeinhandel im Web noch unzureichend
"Interpol ist sich bewusst, dass der illegale Elfenbeinhandel eine der größten Bedrohungen für wild lebende Elefanten ist", erklärte David Higgins, Leiter der Abteilung Umweltkriminalität bei Interpol. "Deshalb begrüßen wir, dass sich Vollzugsbehörden europaweit an dieser Untersuchung beteiligt haben. Die Verfolgung von illegalem Wildtierhandel im Internet steckt noch in den Kinderschuhen und stellt uns vor neue Herausforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Empfehlungen von 'Project Web' umgesetzt werden."

Die Studie fordert die EU auf, spezielle Gesetze für den E-Commerce einzuführen, die den Handel mit Wildtieren besser regulieren. Außerdem sollten behördenübergreifende nationale Arbeitsgruppen zur Bekämpfung von Umweltkriminalität in EU-Staaten eingerichtet werden. "Project Web" wurde auf der Artenschutz-Konferenz CITES in Bangkok vorgestellt.

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