Das Internet ist aus dem heimischen Leben nicht mehr wegzudenken, wie verschiedene Untersuchungen beweisen. Mehr als 74 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren nutzen das Internet laut Integral- Studie, IMAS zufolge gehen über 37 Prozent unserer Landsleute jeden Tag ins Netz. Auch sozialen Netzwerken gegenüber sind die Österreicher aufgeschlossen, über zwei Millionen von ihnen sind zum Beispiel auf Facebook zu finden.
Diese Werte spiegeln sich auch in den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage von Oekonsult wieder: 90,6 Prozent gaben an, dass die Vorteile des Internets deutlich überwiegen - dennoch herrscht hohes Problembewusstsein. So verlangen 97,3 Prozent die Verfolgung von Kinderpornografie im Netz. Von marketmind zu ihren Erwartungen an das Internet der Zukunft befragt, sprachen sich die meisten Österreicher für mehr Mitspracherecht an öffentlichen Prozessen wie Stadtplanung aus. Doch auch Profaneres wie individuell gestaltbares Fernsehprogramm und virtuelles Einkaufen steht der Wunschliste.
Der überwältigende Erfolg des Internets war vor 20 Jahren natürlich noch nicht abzusehen. Als österreichischer Vater des Internets gilt Peter Rastl. Er zeichnete als Chef des Zentralen Informatikdienstes der Universität Wien für die Installation einer Standleitung zwischen seiner Arbeitsstätte und dem Genfer Kernforschungszentrum CERN am 10. August 1990 verantwortlich. Dieser Schritt gilt als die Geburtsstunde des heimischen Internets, da Österreich fortan permanent mit dem Netz verbunden war - mit einer für damalige Verhältnisse sagenhaften Datenleistung von 64 Kilobit pro Sekunde.
Die internationale Geschichte begann allerdings lange vor Österreichs Einstieg, letztes Jahr feierte das Internet schließlich bereits seinen 40. Geburtstag: Am 2. September 1969 wurden erstmals zwei Computer an der Universität von Kalifornien verbunden, aus diesem ersten Netz namens ARPA entwickelte sich später das WWW (alle Informationen dazu findest du in der Infobox).
Rastl sieht den weiteren Entwicklungen des Internets mit Spannung entgegen: "Als wir vor 20 Jahren Österreich am 10. August 1990 an das Netz der Netze anschlossen, war für niemanden absehbar, dass so etwas wie das World Wide Web mit seinen ungeheuren Auswirkungen auf Leben und Arbeiten der Menschen entstehen würde. Das ist für mich auch das Charakteristikum des Internets: Es überrascht immer wieder mit Entwicklungen, die für die Masse der Beobachter völlig unerwartet kommen. Das wird auch in Zukunft so sein - das Internet bleibt spannend!"
Viel getan hat sich seit dem Internetstart auch in Bezug auf die heimischen Anbieter: Die einst großen Player wie UTA, Yline oder Inode sind mittlerweile Geschichte. Genau wie EUnet, das im April 1992 als erster kommerzieller Internetprovider in Österreich an den Start ging. Aus einem bunten Haufen von gewerblichen Firmen ist mittlerweile ein Oligopol geworden, das sich die Telekom Austria mit den Töchtern internationaler Großkonzerne teilt: T- Mobile, Orange, "3", UPC und Tele2.