Hex, hex!

Harry Potter und der Orden des Phönix

Spiele
13.07.2007 15:07
Das Leben als Zauberschüler ist nicht einfach, besonders wenn man mit einem dunklen Mal auf der Stirn gebrandmarkt ist und noch dazu die Zauberwelt vor dem Bösen erretten soll. Harry Potter bekommt also auch im aktuellen Spiel zum Film „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ keine Verschnaufspause spendiert und muss stattdessen Hogwarts und seine Freunde vor dem bösen Lord Voldemort beschützen.

Zuerst geht alles noch glimpflich aus: Harry wird am Heimweg gemeinsam mit seinem Muggle-Cousin Dudley von drei Dementoren angegriffen. Mit einer gekonnten Drehbewegung des Analogsticks muss die Zauberstab-Schwingkunst unter Beweis gestellt und die düsteren Gestalten verjagt werden. 

Das ist wohl auch die größte Neuerung am Spielprinzip. Nun werden Zaubersprüche nicht mehr schnöde per Knopfdruck ausgeführt, sondern verschiedenste Bewegungen mit dem Analogstick unterscheiden Zaubersprüche wie Reparo, Wingardium Leviosa oder Incendio. Im Laufe des Spiels werden natürlich immer mehr Zaubersprüche erlernt, sei es zur Verteidigung oder zur Alltagsbewältigung.

Kurz darauf befinden wir uns schon gemeinsam mit Harry, Hermine und Ron im großen Schlossgelände von Hogwarts. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Spielen der Harry Potter-Serie kann man sich nun auch frei am Gelände bewegen und so gut wie alle wichtigen Stationen originalgetreu aufsuchen. So gilt es nicht nur vielzählige Zutaten für den Unterricht bei Professor Sprout in Kräuterkunde zu besorgen, sondern auch die Hausaufgaben bei Professor Snape oder anderen Lehrern sind zu erledigen. 

Wer keine Lust auf Unterricht und Büffeln hat, kann aber auch viele kleine Mini-Games absolvieren und mit den Schülern Knallpoker, Koboldstein oder Zauberschach-Partien absolvieren. Durch den Einsatz von Harrys Zauberkünsten können auch viele Geheimnisse und Rätsel im Schloss gelöst werden. Zum Beispiel werden Harrys Zauberfähigkeiten erhöht, wenn er mit einem Besen Laubblätter im Innenhof zusammen fegt oder erloschene Fackeln wieder zum Brennen bringt. 

Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Zauberkräfte winkt natürlich wie jedes Schuljahr auch wieder Ärger mit den Slytherins. Da kann es dann schon mal zu einem spannenden Zauberduell kommen, wo neu erlernte Kampf-Sprüche gleich ausprobiert werden können. Außerdem können geheime Gänge und Räume ausfindig gemacht und dadurch viele Punkte gesammelt werden. 

Mit steigender Punktezahl werden diverse Extras in einem geheimen Raum freigeschaltet. So kann man exklusive Kurzvideos mit den Darstellern genießen und noch viele weitere Überraschungen erleben, wenn man zum Beispiel mit allen Bildern in Hogwarts gesprochen oder alle Geister entdeckt hat. Die heulende Myrte bewacht den Raum der Belohnungen und macht Harry immer wieder auf freigeschaltete Goodies aufmerksam.

Das Hauptquest dreht sich natürlich um die Zusammenstellung der geheimen Armee in Hogwarts und folgt im weiteren Verlauf auch den Handlungen im Buch. So muss Harry zu Beginn alle Mitglieder der Dumbledor'schen Armee zusammenrufen und in den "Geheimen Raum der Wünsche" einladen. Das bedeutet vor allem leider viel Laufarbeit auf dem Gelände, um wirklich alle kampfbereiten Schüler ausfindig zu machen. 

Dabei kann aber das weiträumige Areal in Hogwarts genossen werden - und das nahezu ohne Ladezeiten. Ob Hagrids Hütte, die große Treppe, die Bibliothek mit fliegenden Büchern oder die dunklen Kerker – man fühlt sich wirklich in das Zauberschloss hineinversetzt. So eine detailgetreue Umsetzung hat bis jetzt keines der Vorgänger-Spiele auf den Bildschirm gezaubert. Einziges Manko sind hierbei wohl die mitunter groben Gesichtsanimationen sowie die fixe Kamera, die die eigenständige Entdeckung des ganzen Geländes ein wenig einschränkt. Zusätzlich ergänzt wird die Atmosphäre durch den Einsatz von Original-Musik und -Synchronsprechern.

Fazit: In Sachen Grafik kann sich "Harry Potter und der Orden des Phönix" zwar nicht mit momentanen Glanzstücken der Xbox 360 messen, im Vergleich zu allen anderen Teilen der Potter-Serie ist es aber sicher das grafisch beste und am aufwändigsten gestaltete Spiel. Fans des Zauberschülers werden die detailtreue Umsetzung von Hogwarts genießen und sich schnell in das zauberhafte Spielgeschehen hineinreißen lassen. Die zahlreichen Mini-Games, die durchaus ein allgemeines Wissen über die große Zauberwelt der J.K. Rowling erfordern, runden das Spiel optimal ab. Trotz einiger Schwächen (viel Laufarbeit, fehlende Höhepunkte) dürfte der Besuch in Hogwarts mit Harry, Ron und Hermine somit sicherlich nicht im Zauberfrust enden.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PC, PSP, PS2, PS3, Wii
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 80%


von Sebastian Räuchle

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