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Google verknüpft Accounts ungefragt mit Google+

24.01.2012, 11:07
Google verknüpft Accounts ungefragt mit Google+ (Bild: EPA)
Foto: EPA
Neuerdings werden Google- Accounts automatisch mit dem hauseigenen E- Mail- Dienst Google Mail sowie dem sozialen Netzwerk Google+ verbunden. Viele können sich mit der Zwangsbeglückung jedoch nicht anfreunden, Der Internetriese nutze seine Quasi- Monopolstellung ohne Rücksicht auf die Nutzer und deren Privatsphäre, um die Anmeldezahlen für Google+ hochzutreiben, so die Kritik.

Vor allem mit Android- Smartphones dürfte dies spielend leicht gelingen, schließlich sind diese nur dann voll funktionsfähig, wenn sie mit einem Google- Konto verknüpft sind. Andernfalls kann der Nutzer zum Beispiel nicht einmal auf seinen Kalender zugreifen, geschweige denn Apps herunterladen. Pro Tag werden eta 550.000 neue Android- Geräte aktiviert, wie Google im November mitteilte.

Nun wird jeder neue Google- Zugang automatisch mit dem E- Mail- Programm und dem sozialen Netzwerk des Internetriesen verknüpft. Selbst zu kontrollieren, welche Informationen man Google zukommen lassen möchte, wird so immer schwieriger. Schließlich kann der Konzern nun E- Mails und Google+- Inhalte - etwa Alter, Geschlecht, persönliche Kontakte und Vorlieben sowie Surfverhalten - noch einfacher verknüpfen.

Früher genügte die Angabe einer E- Mail- Adresse, um ein Google- Konto zu erhalten, heute sind persönliche Informationen wie Geburtsdatum, Geschlecht, Telefonnummer und Wohnort nötig. Anonymität und Privatsphäre der Nutzer kommen so unter Beschuss. Die aus den verknüpften Konten gewonnenen Daten kann Google nicht nur selbst nützen, sondern auch an Dritte verkaufen - zum Beispiel für personalisierte Werbung.

Vereinheitlichung bei Datenschutzbestimmungen

Bei Google betont man jedoch, dass die Daten nach wie vor nicht nach außen getragen würden, und verspricht vor allem Vorteile für den Nutzer. So sollen für die Änderungen bis zum März die Datenschutz- Bestimmungen vereinfacht und zusammengeführt werden - statt heute 70 einzelnen Dokumenten für verschiedene Dienste soll es dann nur noch eins geben.

Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, "können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren", erläuterte Googles Datenschutz- Chefin Alma Whitten in einem Blogeintrag. Kurz gesagt, werde man über alle Google- Dienste hinweg als ein Nutzer behandelt. Das solle für ein "einfacheres, intuitiveres Google- Erlebnis" sorgen.

"Wir können die Suche besser machen - indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen", argumentierte Whitten. "Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran für ein Treffen sind, ausgehend von Ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr." Oder man könne für jeden die richtigen Vorschläge bei der Rechtschreibkontrolle machen. Die Idee sei, die eigenen Informationen sinnvoller einzusetzen.

bge
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