Verantwortlich für den Zusammenbruch der Videospielindustrie im Jahr 1983 zeichnet nach Ansicht vieler Experten vor allem ein Spiel: "E.T. – The Extra Terrestrial", das 1982 für Ataris hauseigene Konsole Atari 2600 erschien und auf dem gleichnamigen Film von US-Regisseur Steven Spielberg basierte. Doch die ausgehend vom Erfolg des Kinofilms an ihn geknüpften Erwartungen konnte der Titel nicht erfüllen: Atari blieb auf vier von fünf Millionen produzierten Einheiten des Spiels sitzen und schlitterte damit, begleitet vom Aufstieg der Heimcomputer, in die Krise.
Um nicht darauf sitzen zu bleiben, soll der Videospielhersteller der Legende nach eines Nachts im September 1983 einen Teil der Spiele zusammen mit Konsolen und Merchandise-Artikeln auf einer Deponie in Alamogordo, New Mexico, unter Beton begraben haben. Damaligen Medienberichten zufolge handelte es sich um zehn bis zwanzig LKW-Ladungen. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass es sich bei dem "Abfall" tatsächlich um originalverpackte Ausgaben des gefloppten Spiels handelte, gab es jedoch nie und ernsthafte Versuche, das Geheimnis zu lüften, blieben bislang aus.
30 Jahre später soll sich dies nun endlich ändern. Am Dienstag erteilte die Stadtverwaltung von Alamogordo dem kanadischen Unternehmen Fuel Industries die Erlaubnis, das Gelände für eine Dokumentation rund um das als "Atari-Videospielbegräbnis" in die Geschichte eingegangene Ereignis zu untersuchen. Sechs Monate sollen die Filmemacher laut einem Bericht von krqe.com nun Zeit für ihre Ausgrabungen haben. Was sie dabei finden werden, ist noch völlig offen.
Zumindest Joe Lewandowski, der zur damaligen Zeit eine Reparaturwerkstätte in der Nähe der Deponie betrieb, ist sich dem Bericht nach sicher, dass auf dem 100 Hektar großen Grundstück Konsolen und originale "E.T."-Cartridges begraben wurden. Die Stadtverwaltung von Alamogordo erhofft sich von den Ausgrabungen indes vor allem eins: ein kleines bisschen Aufmerksamkeit.
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