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Foxconn will in USA Fabriken ohne Arbeiter betreiben

Ausland
06.09.2010 15:11
Der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn, der in diesem Jahr bereits unter heftiger Kritik stand, weil sich mehrere Arbeiter offensichtlich wegen schlechter Arbeitsbedingungen das Leben genommen hatten, sorgt erneut für Aufregung. Das taiwanesische Unternehmen will nach Angaben seines Gründers Terry Gou vollautomatische Werke in den USA errichten. Mit anderen Worten: Die Fabriken sollen durchwegs ohne Arbeiter auskommen.

Gou erklärte der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, dass der Auftragsfertiger innerhalb der nächsten fünf Jahre in Amerika Bauteile und komplette Geräte vollautomatisch produzieren will. "Mit Automatisierung in den USA kann man auch nach China liefern, die Kosten wären immer noch konkurrenzfähig", meinte der 59-Jährige, der die Firma 1974 als Hersteller von Plastik-Knöpfen für Fernsehgeräte gegründet hatte.

Apple, Hewlett-Packard & Co. als Kunden
Foxconn produziert in China für die Großen der Tech-Branche wie Apple, Hewlett-Packard, Dell oder Nokia. Das Unternehmen hat mehr als 900.000 Beschäftigte und kündigte vor kurzem an, bis zu 400.000 weitere einstellen zu wollen.

Inzwischen übersteigt der Umsatz von Foxconn das Geschäftsvolumen vieler seiner Kunden. Das Wachstumstempo der vergangenen Jahre lasse sich jetzt aber nicht mehr durchhalten, sagte Gou. "Bisher war das Ziel, jährlich um 30 Prozent zu wachsen. Jetzt sind wir zu groß dafür." Deshalb peile er jetzt ein jährliches Umsatzplus von 15 Prozent an. Bei Übernahmen wolle Foxconn genauer aufs Geld schauen, plane aber Vorstöße in Bereiche wie Biotechnologie, Nanotechnik und Medien.

Massive Kritik an üblen Arbeitsbedingungen
Was die Selbstmorde unter seinen Arbeitern im südchinesischen Shenzhen betrifft, meinte Gou zum "Wall Street Journal", er fühle sich zwar schuldig wegen der Suizide, die heftige Kritik an seinem Unternehmen sei aber größtenteils unfair gewesen. Foxconn wurden nach den Todesfällen von vielen Seiten zu harte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und ein "militärischer" Managementstil vorgeworfen. "Das ist kein Ausbeuterbetrieb. Ich bin stolz, das sagen zu können", meinte Gou.

Dem Geschäft von Foxconn habe die Diskussion nicht geschadet: "Wenn alle denken würden, Foxconn sei böse, würden sie uns keine Aufträge mehr geben und sie würden nicht zu uns arbeiten kommen." Nach den Selbstmorden wurden die Löhne zum Teil verdoppelt. Zeitweise brachte das Management auch Sicherheitsnetze an, die Arbeiter vom Sprung in den Tod abhalten sollten.

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