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Facebook verlangt auf Android jetzt vollen SMS-Zugang

28.06.2011, 11:36
Facebook verlangt auf Android jetzt vollen SMS-Zugang (Bild: Android Market/Facebook)
Foto: Android Market/Facebook
Facebook bringt seine Nutzer erneut auf die Palme. Diesmal dreht sich der Ärger um die neue Android- App für den Zugang zum sozialen Netzwerk. Das Unternehmen verlangt mit Version 1.6.0 nämlich vollen SMS- Zugang, was ihm erlaubt, SMS nicht nur zu lesen, sondern auch zu senden und zu bearbeiten.

Die Anwendung kann seit Ende vergangener Woche über den Android Market  heruntergeladen werden. Dort häufen sich die Beschwerden von Nutzern, schließlich verlangt Facebook erst mit Version 1.6.0 umfassenden Zugang zu den SMS. Nicht nur SMS zu senden, muss der interessierte User der App erlauben. Mit der Zustimmung darf sie Kurznachrichten auch empfangen und verarbeiten. Zudem darf Facbebook dann SMS und MMS lesen und bearbeiten, die der Nutzer empfangen hat.

Besonders ärgerlich ist die Änderung für viele Benutzer, da die Facebook- App in zahlreichen Android- Smartphones fest integriert ist und sich standardmäßig selbst updatet - ohne Nachfrage und Information. Wer dem entgehen möchte, muss das Häkchen bei "Automatische Updates zulassen" entfernen.

Tausende empörte Kommentare: "Schweinerei"

Die Kommentare auf Android Market zur Änderung der Facebook- App sind dementsprechend giftig. "Eine Schweinerei", "inakzeptabel" und ein "No- Go" sei das Vorgehen des Internetriesen, die "Datenkrake Facebook" schlage erneut zu, vor "Datenklau" wird da online von Tausenden wütenden Nutzern gewarnt. Über 13.000 Bewertungen mit einem Stern, die niedrigste mögliche Einstufung, hat die App insgesamt erhalten - ein ansehnlicher Teil davon dürfte in den vergangenen Tagen seit dem Upgrade auf 1.6.0 eingegangen sein. "SMS, ich glaube die spinnen!" und "Deinstalliert. Ich lass doch nicht freiwillig mein Handy ausspionieren!", so der Tenor der meisten aktuellen Kommentare. Insbesondere deutschsprachigen Nutzern stößt das Vorgehen Facebooks sauer auf.

Der Internetriese schafft es damit innerhalb nur eines Monats zum zweiten Mal, mit seiner seit Jahren kritisierten Einstellung gegenüber Datenschutz aufzuregen. Anfang Juni hatte das Unternehmen klammheimlich seine umstrittene Gesichtserkennung eingeführt, was kurz darauf sogar die EU auf den Plan rief (siehe Infobox).

Berechtigungen immer wieder Quell des Ärgers

Umfassende Berechtigungen für Apps sind immer wieder ein Ärgernis für Nutzer, schließlich verlangen zahlreiche Anwendungen, die Kontaktdaten des Telefonverzeichnisses oder den GPS- Standort auslesen sowie auf das Internet zugreifen zu dürfen. Wohin die Daten wandern, bleibt in fast allen Fällen ungeklärt. Zuletzt sorgte die Android- Version des Spiels "Angry Birds" für wütende Kunden, da es viel mehr Rechte als zuvor einforderte.

bge
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