Testbetrieb

Facebook-Nutzer sollen für Nachricht an Promis zahlen

Web
10.04.2013 10:52
Nach einem ersten Test in den USA hat Facebook sein Bezahlmodell für kostenpflichtige Mitteilungen nun probeweise auf 36 weitere Länder, darunter Großbritannien, ausgeweitet. Wer insbesondere prominenten Mitgliedern des sozialen Netzwerks eine persönliche Nachricht zukommen lassen möchte, muss dafür umgerechnet 83 Cent bis 12,50 Euro zahlen. Errechnet werde die Höhe der Gebühr unter anderem mithilfe eines "geheimen Ruhm-Algorithmus", so eine Sprecherin des Netzwerks gegenüber dem britischen "Guardian".

Bereits seit vergangenem Dezember wird ein ausgewählter, "sehr kleiner Prozentsatz von Facebook-Nutzern" in den USA für das Kontaktieren insbesondere prominenter Mitglieder, die nicht dem eigenen Freundeskreis angehören, zur Kasse gebeten – mit teils absonderlichen Auswüchsen: Als Facebook im Jänner beabsichtigte, für eine Nachricht an Netzwerkgründer Mark Zuckerberg 100 Dollar (rund 77 Euro) zu verlangen, hagelte es Spott und Hohn im Internet.

Gar so teuer ist es dem "Guardian" nach in Großbritannien nicht. Für Nachrichten an Personen des öffentlichen Lebens werden zwischen 71 Pence und 10,68 Pfund berechnet. Den Höchstpreis zahlt derzeit etwa, wer Olympia-Schwimmer Tom Daley kontaktieren möchte, eine Nachricht an Autor Salman Rushdie gibt es 60 Pence günstiger, also für umgerechnet rund 11,80 Euro. Am unteren Ende der Skala tummeln sich minder prominente Moderatoren oder Politiker wie Kulturminister Jeremy Hunt.

Begründet wird die probeweise Einführung des Bezahlmodelles seitens Facebook mit dem gesteigerten Spam-Aufkommen in den Accounts der Promis. Mit der Gebühr hofft man, dieses zu senken. Quasi als Gegenleistung sollen die Nachrichten zahlender Nutzer dann auch direkt im Hauptpostfach des Empfängers landen. Zur Frage, wie die Preise genau berechnet werden, gibt Facebook bislang keine konkrete Auskunft. Neben der Anzahl der Fans soll ein "geheimer Fame-Algorithmus", der die Berühmtheit der Empfänger berechnet, ausschlaggebend sein.

Die Preise seien aber noch nicht in Stein gemeißelt, betonte die Facebook-Sprecherin gegenüber dem "Guardian". Es gebe derzeit keinen Zeitplan zur flächendeckenden Einführung dieses Gebührenmodells. Der weitere Ausbau sei auch vom Feedback der Nutzer abhängig.

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