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Ein erster Blick auf das "Nexus One" von Google

20.01.2010, 16:52
Ein erster Blick auf das "Nexus One" von Google (Bild: Google)
Foto: Google
Nicht weniger als die Grenzen des bisher Möglichen möchte Google mit seinem Anfang Jänner angekündigten Smartphone "Nexus One" überschreiten. Ob das dem US- Suchmaschinenanbieter gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn bislang ist das Handy nur in den USA, Großbritannien, Singapur und Hongkong erhältlich. krone.at hat das erste Google- Handy dennoch bereits ausprobieren können – und war sehr angetan.

Bereits von außen macht das "Nexus One" eine gute Figur: Von den Abmessungen vergleichbar mit dem iPhone (einen Hauch länger, dafür ein "Eutzerl" schmaler), liegt das Google- Handy ähnlich komfortabel und leicht (130 Gramm) wie der Apple- Konkurrent in der Hand. Auf der mit Teflon beschichteten und somit vor Fingerabdrücken gefeiten Rückseite befinden sich neben einer 5- Megapixel- Kamera samt LED- Blitz ein Lautsprecher sowie ein Mikrofon zur Geräuschunterdrückung.

Auf der Vorderseite bietet ein Trackball Fingerfaulen eine willkommene Abwechslung zur Bedienung mittels Touchscreen. Eine Sleeptaste an der Oberseite, eine seitlich angebrachte Lautstärkewippe sowie vier etwas schwerfällig zu bedienende Buttons – Zurück, Menü, Desktop und Suche – oberhalb des Trackballs runden das Tastenangebot ab.

Einschalten und loslegen

Die wahre Stärke des "Nexus One" steckt jedoch im Inneren, und zwar in Gestalt eines 1- GHz- Prozessors. Dieser beschleunigt das Google- Handy aus dem Stand heraus von null auf hundert, sodass das Gerät unmittelbar nach dem Einschalten einsatzbereit ist. Die Rechenpower macht sich auch beim Starten von Anwendungen, den sogenannten Apps, bemerkbar. Ein Fingerzeig auf das entsprechende Symbol und schon öffnen sich Browser, Google Maps und Co im Handumdrehen.

Fingerfertig auch ohne Multitouch

Ein weiterer Vorteil des "Nexus One" ist das 3,7- Zoll- Touchscreen- Display mit stromsparender AMOLED- Technologie, dessen Auflösung von 800 x 480 Pixeln deutlich über jener des iPhone (320 x 480) liegt. Im Gegenzug dafür muss das Google- Gerät zwar ohne die vom Apple- Handy bekannte Multitouch- Technologie auskommen (obwohl die Hardware technisch dazu in der Lage wäre), einen Abbruch tut dies allerdings nicht: Auch mit nur einem Finger lässt es sich bequem über die aufgeräumte Benutzeroberfläche navigieren. Letztere kommt in der Android- Version 2.1 nun übrigens etwas farbenfroher daher und bietet beispielsweise animierte Wallpaper.

Schluss mit Tippen - zumindest theoretisch

Einzig beim Tippen auf der virtuellen Tastatur kann es mitunter etwas fummelig werden, zumindest solange das Gerät hochkant genutzt wird. Wie bei anderen Android- Modellen auch lässt sich dieses Problem dank Lagesensor jedoch schnell beheben und die Ansicht ins Querformat wechseln. Wer möchte, kann auf das Getippe jedoch auch ganz verzichten und sämtliche Eingaben mittels Sprachsteuerung tätigen.

Diese funktioniert sowohl beim Schreiben von SMS als auch bei jeder beliebigen Texteingabe im Internet, und das sogar erstaunlich gut. Wer etwa auf Amazon nach der neuesten CD seiner Lieblingsband sucht, braucht den Namen dieser nur zu sagen und schon wird das Gesprochene automatisch in Text umgewandelt. Ganze Aufsätze samt Satzzeichen können so diktiert werden, allerdings bislang nur, und das ist der Wermutstropfen, auf Englisch oder Chinesisch. Das Gleiche gilt für die Navigationslösung Google Maps Navigation.

Viele Fragen offen

Ob es Google gelingt, eine deutsche Version bis zur Markteinführung nachzureichen, bleibt ebenso offen wie die Frage, wann und zu welchem Preis das "Nexus One" hierzulande überhaupt erhältlich sein wird. Bisherigen Google- Angaben zufolge soll das Handy ab "Mitte des Jahres" in Europa erhältlich sein. Welcher Netzbetreiber in Österreich zum Handkuss kommt und an welche Tarif- und Vertragsbedinungen das "Nexus One" gebunden sein wird, ist nicht bekannt.

Wer über eine Adresse in einen der anfangs erwähnten Länder verfügt, kann das Smartphone jedoch schon jetzt zum Preis von 529 Dollar (umgerechnet 370 Euro) bestellen und dann auch hierzulande nutzen. Im Gegensatz zu bisherigen Google- Handys vertreibt Google das vom taiwanesischen Hersteller HTC gefertigte "Nexus One" nämlich erstmals auch ohne Anbindung an einen Mobilfunkanbieter direkt über das Internet (siehe Infobox).

Fazit: Auch das "Nexus One" ist nüchtern betrachtet nur ein weiteres HTC- Handy auf Basis von Googles Handybetriebssystem Android – allerdings ein technisch sehr ausgereiftes, bei dem das Zusammenspiel von schnellem Prozessor, großem Bildschirm und einfacher Benutzerführung schon jetzt überzeugen konnte. Um die Frage zu beantworten, ob sich das Warten auf das erste "echte", da über Google direkt vertriebene Handy lohnt, bedarf es allerdings eines ausführlichen Tests. Für Google jedenfalls dürfte das "Nexus One" ein weiterer Schritt zur Verbreitung seiner zahlreichen Online- Dienste sein, weshalb es durchaus plausibel scheint, dass der Suchmaschinenanbieter in Zukunft weitere Handys unter seinem Namen vertreibt.

von Sebastian Räuchle

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