Die Experten der Enisa lehnen Cloud-Computing keinesfalls ab, sie betonen auch die Vorteile der ausgelagerten IT-Infrastruktur. Bei Naturkatastrophen seien Datensammlungen beispielsweise nicht so sehr bedroht wie bei einem einzelnen Server vor Ort. Trete jedoch ein Stromausfall oder eine Verletzung der Sicherheit ein, sei der Einfluss größer, da er zahlreiche Organisationen und Bürger auf einmal betreffe, hieß es.
Agenturchef Udo Helmbrecht sieht die Cloud zudem als positive Entwicklung für kleine und mittlere Unternehmen, die sich keinen eigenen IT-Sicherheitsadministrator leiten könnten. "Insofern ist das sicherlich professioneller und ein höheres Sicherheitsniveau, wenn sie auf einen externen Dienstleister zurückgreifen", sagte Helmbrecht bei der Vorstellung der Studie in Brüssel.
Bei großen Firmen sei dies hingegen bedenklicher. "Wenn es Großunternehmen sind und diese einmal angegriffen werden, dann sind da natürlich wahnsinnige Werte dahinter", sagte Helmbrecht, der ehemalige Chef des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Kritisch sieht er zudem außereuropäische Speicherstandorte, in denen Daten nicht mehr der EU-Rechtsprechung unterliegen. Die EU-Staaten müssten sich für sogenannte Regierungs-Clouds oder Privat-Clouds einsetzen. "Die bieten dann gezielt nationale oder europäische Services an", so Helmbrecht. Deren Provider müssten sich verpflichten, ihr Rechenzentrum in Europa zu haben und europäischer Gesetzgebung zu unterstehen.
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