Rene Zeman von Samsung Electronics Austria gibt im Interview mit krone.at Tipps, worauf es beim Kauf eines neuen LCD- Fernsehers ankommt.
krone.at: Wenn ein neues Gerät angeschafft wird, dann wahrscheinlich ein Flachfernseher. LCD oder Plasma?
Samsung: Beide haben ein Für und Wider. Plasmageräte gibt es erst ab einer größeren Bildschirmdiagonale, in der Regel erst ab 42 Zoll, das entspricht 107 cm - es ist also vor allem eine Platzfrage. Dann ist es auch eine Frage der Lichtsituation. In sehr hellen Räumen haben LCDs ein besseres Bild. Soll auf dem Fernseher auch regelmäßig eine Spielkonsole genutzt werden, dann eignen sich LCDs besser. Ansonsten ist es eine Frage des Bildgeschmackes, wobei Plasmageräte besser mit schlechten Signalquellen (DVB- T, analoges Kabel) zurechtkommen und das Bild etwas besser ist. Plasmageräte haben ein besseres Kontrastverhältnis und meistens eine wärmere Farbdarstellung, sind in der Anschaffung aufgrund der Größe - relativ gesehen - auch kostenintensiver.
krone.at: Worauf sollte man beim Kauf eines LCD- Fernsehers besonders achten?
Samsung: Das Gerät sollte die 100Hz- Funktion haben. Diese verbessert bei schnellen Bewegungen die Bildqualität erheblich.
krone.at: Wie wirkt sich das genau aus?
Samsung: Bei der normalen Fernsehübertragung werden 50 Halbbilder pro Sekunde gesendet, die ein Flat- TV, da er zum Unterschied vom Röhrenfernseher keine Halbbilder darstellen kann, auf Ganzbilder aufrechnet. Die 100- Hz- Technologie ermöglicht hier durch das Berechnen von den Bewegungsablauf weiterführenden Zwischenbildern eine drastische Erhöhung der Bewegungsschärfe und damit ein harmonischeres, natürlicheres Bild.
krone.at: Stichwort Bildschirmgröße: Je größer desto besser oder sollte man den Abstand Couch zu Fernseher berücksichtigen?
Samsung: Dazu gibt es eine Faustregel: Der optimale Sitzabstand beträgt bei Flat- TVs mit HD- Auflösung 2,5- mal die Bildschirmdiagonale. Bei einem 32- Zoll- Gerät sind dies rund zwei Meter, bei einem 50- Zoll- Gerät sind es über drei Meter. Allerdings gilt auch, je schlechter die Signalqualität ist, desto größer sollte der Sitzabstand sein, d.h. 3- bis 3,5- mal die Diagonale bei DVB- T oder analogem Kabelsignal.
krone.at: Was bewirkt die Kontrastrate, ein Faktor mit dem ja immer groß geworben wird?
Samsung: Sie beschreibt den maximalen relativen Helligkeitsunterschied zwischen Schwarz und Weiß. Je größer dieses Verhältnis ist, desto leuchtender können Farben dargestellt werden, und je geringer es ist, umso matter wird das Bildergebnis. Oft wird aus Schwarz dann Dunkelgrau. Nachdem bei TV- Geräten bewegte Bilder maßgeblicher sind als Standbilder, wird sehr oft das dynamische Kontrastverhältnis angegeben, welches aufgrund von intelligenter Steuerung der Hinterleuchtung meist deutlich ausgeprägter ist als das statische.
krone.at: Steht die Kontrastrate in Relation mit der Bildschirmdiagonale?
Samsung: Nur indirekt. Es erfordert eine Minimumdiagonale um alle technischen Maßnahmen zur Verbesserung des Kontrastes auch ausnutzen zu können. Daher gibt es auch innerhalb derselben Produktserien Unterschiede im Kontrastverhältnis je nach Bildschirmdiagonale.
krone.at: Full- HD oder reicht HD- Ready? Wo liegt der Unterschied?
Samsung: Ein TV- Gerät, das für HD- ready zertifiziert ist, kann über einen HDMI- Anschluss hochauflösende Signale im Format 16:9 und mit mindestens 720 Bildzeilen darstellen. Full- HD ist zurzeit die höchste TV- Auflösung, die kommerziell angeboten wird. Es bezeichnet ein Bildformat von 16:9 mit 1920x1080 Bildpunkten.