"Gefälschte Profile sind ein hervorragender und billiger Weg, um immer und immer wieder schädliche Links an Nutzer zu verbreiten", erklärte kürzlich Paul Judge, Chef der zu Barracuda Networks gehörenden Forschungsabteilung Barracuda Labs, anlässlich des Kaspersky Threatpost Security Analyst Summit im mexikanischen Cancun.
Wer mit gefälschten Profilen befreundet sei, setze sich außerdem der unmittelbaren Gefahr aus, dass sein Konto gekapert werde, so Paul weiter. Die Angreifer würden dafür Funktionen nutzen, die Nutzern des Netzwerks eigentlich helfen sollten, bei Verlust der Login-Daten mithilfe von Freunden wieder Zugriff auf ihr Konto zu erhalten.
"Wettrüsten" zwischen Facebook und Cyberkriminellen
Inzwischen, so Paul, finde ein regelrechtes "Wettrüsten" zwischen dem Netzwerk und denjenigen statt, die es für illegale Aktivitäten nutzen wollen. Für den Nutzer ist es dabei häufig schwer, die irreführenden und täuschenden Taktiken zu durchschauen. Doch wie die Analyse der Barracuda Labs zeigt, gibt es einige Merkmale, wie Angreifer ihre Identitäten auf sozialen Netzwerken typischerweise gestalten.
Weiblich, bisexuell und mit großem Freundeskreis
Gefälschte Profile sind demnach zu 97 Prozent weiblich, während bei echten Profilen nur 40 Prozent weiblich sind, und enthalten in 58 Prozent der Fälle die Behauptung, bisexuell zu sein. Bei echten weiblichen Profilen ist dies nur bei 6 Prozent der Fall. Gefälschte Profile haben zudem durchschnittlich fast sechsmal so viele Freunde wie echte Anwender: im Mittel 726 Freunde gegenüber 130. Und sie nutzen der Studie zufolge die Möglichkeit von Fotomarkierungen ("Tags") über einhundert Mal öfter als echte Anwender. Letztere vergeben im Durchschnitt nur für jedes vierte Foto einen Tag, gefälschte Profile dagegen 34 Tags für jedes einzelne Foto.
"Profile Protector" scannt Profile kostenlos
Ausgehend von diesen Ergebnissen hat der Sicherheitsanbieter ein Programm entwickelt, das echte von falschen Profilen unterscheiden und dadurch schädliche Aktivitäten und gefährliche Links auf Facebook und Twitter unterbinden soll. Der sogenannte Barracuda Profile Protector ist kostenlos im Internet abrufbar.
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