Spuren verwischen

Computervirus Flame erhielt Befehl zum stillen Rückzug

Web
11.06.2012 09:54
Der kürzlich entdeckte Computervirus Flame tritt offenbar seinen Rückzug an. "Bestimmte Flame-Kommandozentren" hätten vor einigen Tagen einen entsprechenden Befehl verschickt, teilte der Sicherheitsanbieter Symantec am Sonntag in einem Blogeintrag mit. Ziel sei es, Flame vollständig von den infizierten Computern zu entfernen und dabei keine Spuren zu hinterlassen, die Ermittlern Rückschlüsse auf die Herkunft des Virus' ermöglichten.

Das Schadprogramm war Ende Mai von Kaspersky während einer Untersuchung im Auftrag der zur UNO gehörenden Internationalen Fernmeldeunion ITU (International Telecommunication Union) entdeckt und als hochkomplex beschrieben worden. Flame habe 20 Mal mehr Code als Stuxnet, mit dem iranische Anlagen zur Urananreicherung angegriffen und Zentrifugen zerstört wurden, so die russischen Antivirus-Experten (siehe Infobox).

Schnell wurden daher Vermutungen laut, Flame sei wie Stuxnet und sein "kleiner Bruder" Duqu nicht das Werk einer Einzelperson, sondern von einer gut organisierten und finanzierten Gruppe unter klaren Vorgaben entwickelt worden. Als mutmaßliche Verursacher des Virus' gelten die USA und Israel. Dessen Vizeregierungschef Moshe Yaalon hatte den Einsatz von Cyberwaffen nach der Entdeckung von Flame als gerechtfertigt bezeichnet, um den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern.

Einem neuen US-Enthüllungsbuch zufolge soll US-Präsident Barack Obama darüber hinaus persönlich bereits die Attacken mit dem Computerwurm Stuxnet auf iranische Atomanlagen befohlen haben (siehe Infobox). Auch Flame soll es insbesondere auf Ziele im Nahen und Mittleren Osten abgesehen haben, die im Zusammenhang mit dem umstrittenen iranischen Atomprogramm stehen.

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