British Airways will Passagiere per Web ausspähen

09.07.2012, 12:44
British Airways will Passagiere per Web ausspähen (Bild: EPA)
Foto: EPA
British Airways ist mit seinem neuesten Vorhaben mitten in einen Sturm der Entrüstung geflogen: Das Unternehmen plant, Dossiers über seine Kunden anzulegen - und dafür unter anderem das Internet nach Fotos der Personen zu durchforsten. Die Mitarbeiter von British Airways sollen Fluggäste so mit Namen ansprechen können - bei Datenschützern stößt der Konzern damit aber auf Widerstand.

Die Pläne sind Teil des "Know Me"- Programms von British Airways, berichtet der "Evening Standard" . Es soll dazu dienen, wichtigen Kunden der Fluglinie - vor allem Besitzern von Erste- Klasse- Tickets - das Gefühl zu vermitteln, man kümmere sich besonders gut um sie.

So soll im Dossier eines Fluggastes nicht nur sein Foto enthalten sein, damit er von den Mitarbeitern persönlich begrüßt werden kann. Auch Daten früherer Flüge sollen gespeichert werden, damit sich die Angestellten zum Beispiel für vorherige Verspätungen entschuldigen können.

System mit "Myriade Möglichkeiten für die Zukunft"

Jo Boswell von British Airways erklärte die Pläne gegenüber dem "Evening Standard" folgendermaßen: "Wir versuchen im Grunde genommen, das Gefühl der Wiedererkennung nachzustellen, das Sie haben, wenn Sie in Ihrem Lieblingsrestaurant begrüßt werden." Die Pläne seien "nur der Anfang - das System hat eine Myriade Möglichkeiten für die Zukunft", so Boswell weiter.

Ein weiterer Sprecher erklärte, man nütze Google, um ein Foto eines Fluggastes zu finden und so aktiv auf die Person zuzugehen. Bis zum Ende des Jahres sollen 4.500 Menschen pro Tag online ausgespäht werden.

Spionage per Google verärgert Datenschützer

Datenschützer sind ob der Pläne empört. So kritisierte etwa Nick Pickles von Big Brother Watch: "Seit wann bedeutet der Kauf eines Flugtickets, dass Sie der Fluglinie die Erlaubnis geben, im Internet nach Informationen über Sie zu suchen?" British Airways müsse die Kunden schon selbst um mehr Informationen bitten, anstatt diese ohne Rücksicht auf den Datenschutz zu speichern. Zudem sei völlig unklar, welche Daten die Fluglinie suche und festhalte.

British Airways hält an den Plänen ungeachtet der Kritik fest. Man halte sich an britische Gesetze, "Know Me" sei nur ein weiterer Weg zu besserem Kundenservice.

bge
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