"Social Break" , also "soziale Pause", nennt sich die App (auf Englisch) eines großen Süßwarenherstellers. Wer diese herunterlädt, kann seine Zugänge bei Facebook, Twitter und LinkedIn angeben und wählen, in welchem Abstand das Programm im eigenen Namen aktiv werden soll.
Eine von acht vorgegebenen Nachrichten wird dann per Zufall von der App wiedergegeben, zudem werden Links und Fotos anderer Nutzer mit "Gefällt mir" bedacht oder Twitter- Nachrichten beantwortet. Das Ganze sei mehr als nur ein Gimmick, erklärte die Werbeagentur JWT gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Besonders in Asien nehme der Stress unter jungen Menschen, ständig in sozialen Netzwerken aktiv zu sein, kontinuierlich zu.
Bei einer Untersuchung von 900 Internetnutzern zwischen 19 und 26 Jahren in China, Singapur und den USA habe man herausgefunden, dass die Hälfte ihre "Verpflichtungen" im sozialen Netz als zu zeitaufwendig empfindet. Die Zeit, die auf diesen Websites verbracht werde, habe einen negativen Einfluss auf Job oder Studium. Gleichzeitig würden sich viele junge Nutzer unter Druck gesetzt fühlen, ihren Freunden so schnell wie möglich online zu antworten, ihre Fotos, Kommentare und Co. zu bewerten.
Dabei solle Social Media doch eigentlich Spaß machen und keine lästige Pflicht sein, so JWT. Die "Social Break"- App soll daher auch keine einmalige Sache bleiben. Habe sie Erfolg, solle sie so weiterentwickelt werden, dass künstliche Intelligenz für automatische Antworten sorgt. Derzeit sei man aber noch damit beschäftigt, dass die App nicht zu peinlichen oder beleidigenden Situationen führe - etwa einem witzigen Kommentar unter dem Eintrag, dass gerade der Großvater eines Freundes verstorben ist.
Die Nutzung der App ist demnach vorerst nur mutigen, englischsprachigen Nutzern zu empfehlen. Schließlich ist auch nicht klar, wie gut die eigenen Zugangsdaten über die App geschützt sind. Alle anderen, die dem Stress der sozialen Netzwerke entkommen wollen, tun gut daran, die eigene Präsenz im Web einfach mal ruhen zu lassen.