Amazon- Skandal: Trenkwalder weist Vorwürfe zurück

19.02.2013, 18:42
Amazon-Skandal: Trenkwalder weist Vorwürfe zurück (Bild: EPA)
Foto: EPA
Nach tagelangem Schweigen zu den Vorwürfen rund um die unmenschliche Behandlung von Leiharbeitern, die dem Online- Händler Amazon für das Weihnachtsgeschäft zur Verfügung gestellt wurden, hat sich am Dienstag der von Amazon beauftragte Personaldienstleister Trenkwalder zu Wort gemeldet. Das Unternehmen, dessen deutsche Niederlassung wegen der schockierenden Bilder aus einer ARD- Reportage über Leiharbeiter bei Amazon in Erklärungsnot geraten war, weist die erhobenen Vorwürfe zurück.

Man sei nur ein kleiner Teil des Ganzen, zahle den üblichen Tariflohn und stehe in keinerlei Beziehung zur von Amazon bereits gekündigten Securityfirma H.E.S.S. und den Unterkunftgebern der Arbeiter im Logistikzentrum Bad Hersfeld, beteuert der Personaldienstleister Trenkwalder, der durch die ARD- Reportage "Ausgeliefert – Leiharbeiter bei Amazon"  (siehe Infobox) ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war.

Das deutsche Arbeitsministerium hatte zuvor angekündigt, den Personaldienstleister mit Hauptsitz in Niederösterreich einer genauen Prüfung zu unterziehen (siehe Infobox). Trenkwalder ließ nun via Aussendung wissen, dass diese Prüfung bereits stattgefunden habe und zu keinem Ergebnis gekommen sei.

Arbeitsministerium widerspricht Trenkwalder

Das Arbeitsministerium widersprach den Angaben des Unternehmens jedoch noch am Dienstagabend. "Wir können diese Aussage von Trenkwalder nicht bestätigen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit liege demnach noch gar nicht vor, die Auswertung der Prüfung werde erst im Laufe der Woche vorliegen.

Trenkwalder: Nichts von Bedingungen vor Ort gewusst

Was die menschenunwürdigen Bedingungen angeht, unter denen offenbar jene Leiharbeiter leben und arbeiten mussten, die Trenkwalder Amazon während des Weihnachtsgeschäfts überlassen hatte, verweist Trenkwalder auf die beauftragte Securityfirma H.E.S.S. und die Unterkunftgeber vor Ort. Diese seien direkt von Amazon engagiert worden, die Leiharbeitsfirma selbst habe mit der Auswahl der Amazon- Partner nichts zu tun gehabt.

Trenkwalder habe Amazon rund 1.000 Arbeitskräfte überlassen, was nur einen kleinen Teil des während des Weihnachtsgeschäfts entstandenen zusätzlichen Bedarfs an Arbeitskräften gedeckt habe. Amazon hatte noch im November von 10.000 zusätzlichen Aushilfskräften gesprochen. Rund 60 der an Amazon vermittelten Leiharbeiter seien aus Spanien und Schweden gekommen. Sie seien von der deutschen Bundesagentur für Arbeit rekrutiert worden, so Trenkwalder.

Amazon wollte "aus administrativen Gründen" nicht anstellen

Amazon habe Trenkwalder gebeten, die Arbeiter aus "administrativen Gründen" anzustellen und sie dem Onlinehändler dann wieder zu überlassen. Für die Arbeiter hätten sich daraus keine Nettolohn- Nachteile ergeben. Überhaupt beteuert Trenkwalder, allen Mitarbeitern, die man Amazon überlassen habe, den gültigen Tariflohn gezahlt zu haben.

Amazon trennte sich mittlerweile von der umstrittenen Sicherheitsfirma H.E.S.S., die unter anderem Wohnanlagen für Saisonkräfte in den deutschen Logistikzentren des Konzerns überwachte und der Verbindungen zur Neonazi- Szene nachgesagt werden. Kurz nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Security- Unternehmen kündigte Amazon auch die Zusammenarbeit mit einer weiteren Firma, die für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich war.

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red/AG
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