Bedauernd... „Hätte Pretterebner das Buch ,Lucona nicht geschrieben, wäre es zu keinem Prozess und zu keiner Verurteilung gekommen und wir hätten uns noch länger der Ideen und des Humors Udo Prokschs erfreuen dürfen“, bedauerte Regisseur Robert Dornhelm im Interview, in der TV-Sendung „Frühlingszeit“, dass sich der Sechsfachmörder, Society-Kasperl und angebliche fünfzigfache Vater für seine Morde überhaupt verantworten musste, und die heimtückische Untat einigermaßen und nach langer Zeit und nur dank der mutigen und unentwegten Recherchen Pretterebners halbwegs gesühnt wurde. Kein Wort des Bedauerns fand der „soziale“ Filmemacher aber für die mit der Lucona untergegangenen Seeleute. Aber die standen ja für eine „Filmverwertung“, mangels finanzieller Erfolgserwartung, nicht in Betrachtung, waren es doch sicher Analphabeten, kulturell Unterversorgte und Untermenschen aus der Dritten Welt, nach denen kein Hahn krähte, außer vielleicht deren Frauen und Kinder. Für die Verlottertheit dieser Zeit spricht auch, dass höchste SPÖ-Regierungsmitglieder in diesem Vertuschungsringelspiel die eifrigsten Hutschenschleuderer spielten, ein Außenminister sogar falsches Entlastungsmaterial von der rumänischen Securitate beschaffen ließ und wegen falscher Zeugenaussage rechtskräftig verurteilt wurde. Dann dennoch ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof samt Staatsbegräbnis bekam. Dank Hans Pretterebners mutigen Recherchen und mühsamer (und gefährlicher) Beweissicherung konnte dann die „unabhängige“ (und mehrfach behinderte) Justiz einen Prozess nicht mehr verhindern.
Erwin Moser, Neukirchen/A.
erschienen am Sa, 20.3.