Der Missbrauchsskandal, der die katholische Kirche und die Öffentlichkeit jetzt erschüttert, zwingt die Verantwortlichen und auch die Täter, endlich Stellung zu beziehen. Was jahrzehntelang vertuscht wurde, kommt jetzt ans Licht. Es ist höchste Zeit, hinter die Fassade zu schauen und schonungslos aufzudecken. Für die Opfer wird es kaum Genugtuung geben, denn sie leiden ihr Leben lang an ihren traumatischen Erlebnissen. Man sollte darüber hinaus aber nicht übersehen, dass Missbrauch und Gewalt an Kindern und Jugendlichen auch in anderen Institutionen stattfand und -findet. Auch in anderen Einrichtungen wurde und wird Missbrauch vertuscht, wurden und werden Täter(innen) einfach versetzt, wurden und werden die Opfer auf jede nur erdenkliche Art und Weise unter Druck gesetzt, um das Schweigegebot einzuhalten. Wo Kinder und Jugendliche der Macht und der Autorität von Erwachsenen ausgeliefert sind, besteht diese Gefahr stets - leider auch in der Familie. Wir sollten daher immer bereit sein, Signale zu erkennen und Zivilcourage zu beweisen, wenn es um den Schutz von Kindern geht. Broschüren zum Thema sind in der Kinder- und Jugendanwaltschaft kostenlos erhältlich.
Mag. a. Elisabeth Harasser,Kinder- und Jugendanwältin
erschienen am Mi, 17.3.