Man stelle sich vor, einem Verein anzugehören, der im gleichen Ausmaß, wie die Mitgliedsbeiträge steigen, die Gegenleistungen reduziert. Gleichzeitig werden die Statuten ständig verschärft und haben immer größere Auswirkungen auf das Privatleben. Diese Allegorie ist gar nicht so weit hergeholt, denn genau das passiert mit Österreich derzeit in der EU. Nicht nur, dass sich die Zahlungen nach Brüssel ständig erhöhen, wurden die Zielgebiete eingeschränkt, die Agrarförderungen reduziert, die Hoheitsrechte geschmälert und die Bevormundung erweitert. Darüber hinaus müssen österreichische Steuerzahler trotz einer disziplinierten Finanzgebarung des eigenen Landes wegen des schwächelnden Euro und einiger aus eigener Schuld in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Mitgliedsstaaten einen Solidaritätsbeitrag leisten. All das wird mit langfris-tigen Umwegrentabilitäten sehr dürftig und diffus begründet. Jeder von Vernunft geleitete Mensch würde, wenn ihm das passiert, was eingangs beschrieben wurde, über die Statuten neu verhandeln oder unverzüglich austreten, und als Staat sollte man ähnlich handeln.
Mag. Martin Behrens, Wien
erschienen am Sa, 13.3.