Offener Brief an Frau Bundeskanzlerin Merkel! Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin! Sie haben wegen der Griechenlandkrise, die von diesem Land selbst mit Lug und Trug herbeigeführt worden ist, angeregt, einen sogenannten Unterstützungsfonds für Länder der Euro-Zone, die wie die Griechen in finanzielle Schwierigkeiten kommen, zu deren Rettung und Stabilität des Euro zu schaffen. Ich kann dieser Ihrer Aufregung als „kleiner Bürger“ nicht folgen. Sie sind also - wenn ich das richtig verstehe - dafür, dass Länder wie Griechenland, die sich durch bewusst falsche Angaben über ihre tatsächlichen Budgetprobleme den Beitritt zur Euro-Zone erschwindelt haben oder die wie Italien, Spanien, Portugal, Irland mit ihrer Misswirtschaft am Rande des staatlichen Bankrotts angelangt sind, dass man diese Länder für die Unwahrheiten, die sie gesagt haben, auch noch aus diesem zu schaffenden Fonds unterstützt? Natürlich würden diesen Fonds die Nettozahler wie Ihr Land oder auch Österreich auffüllen müssen, und die angesprochenen Länder müssten sich nicht mehr bemühen, die Stabilitätskriterien zu erfüllen, weil der Unterstützungsfonds würde ihnen ja immer wieder aus der Krise helfen. Könnte es sein, sehr geehrte Frau Bundeskanzler, dass Sie noch das wirtschaftliche Denken der DDR in den Westen „herübergerettet“ haben? Anders kann ich mir - verzeihen Sie mir, bitte - den Unsinn, den Sie da vorschlagen, nicht erklären. In den Nettozahlerländern wird dem Bürger ein Sparpaket nach dem anderen auf den Leib „gedrückt“, und Sie fordern indirekt die angesprochenen Länder auf, die Umstände, die sie fast in den Ruin geführt haben, fröhlich weiter aufrechtzuerhalten, weil ja der Unterstützungsfonds für ihre wirtschaftliche Inkompetenz aufkommen wird. Entschuldigung, Frau Bundeskanzlerin, aber so eine „Selbstmordpolitik“ kann ich als kleiner Bürger nicht mehr verstehen!
Friedrich Dempfer,Landskron
erschienen am Sa, 13.3.