Fairerweise muss jedoch vorab gleich einmal ein falsches Image der Wespen richtig gestellt werden: Im Gegensatz zu den "fleißigen Bienen" gelten die Wespen noch immer gemeinhin als ziemlich faule und daher ebenso nutzlose wie unerwünschte Garten- Mitbewohner. Doch Wespen sind auch nützlich: So fressen sie z.B. Blattläuse und andere Insekten und bestäuben Blüten.
Ihr Angriff auf unser Essen ist reiner Selbsterhaltungstrieb: Zucker benötigen sie als eine Art Treibstoff und Eiweiß für ihre Nachkommenschaft. Gestochen wird übrigens auch nur, wenn sie sich bedroht oder angegriffen fühlen.
Gefährlich wird ein Wespenstich meist erst dann, wenn Allergiker, kleine Kinder oder (kleinere) Haustiere davon betroffen sind. Da Wespen keinerlei Scheu davor haben, auch in offene Gläser oder Flaschen zu krabbeln, besteht die Gefahr des Verschluckens (Stich in Speiseröhre und Erstickungsgefahr!).
Wespen möglichst fern halten
Am besten ist es daher, die Wespen gar nicht erst zu nah kommen zu lassen bzw. sie wirkungsvoll zu vertreiben - auch aus Rücksicht auf andere Gartenbewohner (z.B. Vögel fressen Wespen) möglichst ohne Chemiekeulen.
- Keine offenen Lebensmittel: Trinkgläser, Flaschen oder Lebensmittel sollten niemals über einen längeren Zeitraum hindurch offen im Freien gelassen werden. Im Handel gibt es spezielle Produkte für ein richtiges Abdecken von Speisen und Getränken.
- Trinkgläser mit Strohhalm: Da kann man noch so aufpassen – schnell ist eine Wespe im Limonadenglas verschwunden. Vor allem für Kinder auch ein guter Tipp sind geschlossene Trinkbecher, aus denen mit Strohhalm getrunken wird.
- Achtung auf Farben: Wie auch Bienen und Schmetterlinge werden Wespen von Farben angezogen. Auf grell- bunte Farben (Gelb und Blau) fliegen sie ebenso wie auf Schwarz, Weiß gefällt ihnen überhaupt nicht. Daher im Hochsommer bei Kleidung und Tischdeko eher zu weißen Farben greifen.
- Kaffeetrick: Einen Aschenbecher mit drei bis vier Löffeln Kaffeepulver füllen, ein Streichholz anzünden und hineinstecken. Das sollte Wespen bis zu eineinhalb Stunden fernhalten.
- Frisch geschnittene Knoblauchzehen: Was dem Vampir nicht recht, ist auch der Wespe nicht billig: Frischer Knoblauchgeruch soll ebenfalls vertreibend wirken – allerdings unter Umständen auch auf die Menschen selbst.
- Tomatenstauden und Basilikumblätter: Sollen ebenfalls Wespen abhalten. Sowohl Tomatenstauden als auch Basilikum können leicht in Töpfen auf Balkonen und Terrassen angepflanzt werden. Zusatzvorteil: Hilft es gegen Wespen nichts, liefern Tomatenstauden und Basilikum frische und gesunde Zutaten für die Küche.
- Der Kupfermünzentrick: Darüber scheiden sich die Geister. Von der Wissenschaft strikt als völlig nutzlos abgewertet, schwören immer mehr Wespen- Geplagte darauf. Tatsache ist, dass über kein anderes Hausmittel gegen Wespen so heftig diskutiert wird wie über dieses. Und so soll es funktionieren: Kupfermünzen (1- , 2- oder 5- Cent- Stücke) intensiv zwischen den Händen reiben. Der dabei auf der Haut entstehende Geruch soll abschreckend wirken, legt man die Münzen dann auch noch direkt auf den Tisch (Sonne), wird angeblich der Wespen- Fernhalte- Effekt noch verstärkt. Am besten einfach selbst ausprobieren.
- Der Weglock- Trick: In ausreichender Entfernung zum Tisch den Wespen ein Gratis- Buffet einrichten. Zum Beispiel mit angeschnittenen Weintrauben, zuckerhältigen Speiseresten oder einem Blatt Schinken.
- Kein Holz- Poliermittel: Ist eine Einladung im Freien geplant, verzichtet man auf ein vorheriges Einlassen oder Polieren des Holztisches. Denn Holzpflegemittel und Polituren enthalten Bestandteile, die Wespen geradezu magisch anziehen.
Richtiges Verhalten schützt
Was aber tun, wenn sich die Wespen gegen all diese Fernhalte- Tricks völlig immun zeigen und unbeeindruckt um Tisch und Speisen schwirren? Einhelliger Rat der Wespen- Experten: Ruhig bleiben, denn Wespen stechen meist erst dann, wenn hektische Handbewegungen als Angriff gedeutet werden. Und: Ist erst einmal gestochen, wird ein Alarm- Duftstoff ausgestoßen, der andere Wespen anlockt und zum Stechen auffordert. Auch sollten Wespen nicht direkt angehaucht werden. Durch das im menschlichen Atem enthaltene Kohlendioxid geraten sie in Panik - und gehen zum Angriff über.
Entdeckt man Wespennester im Garten, können angeschnittene Knoblauchzehen oder in Salmiak getauchte Tücher, die in der Nähe des Nestes angebracht werden, helfen, eine weitere Besiedlung zu vermeiden.
Achtung: Vorsicht ist geboten, da sich Wespen beim Nestbau besonders aggressiv verhalten können. Im Zweifelsfall die Nester von einer fachkundigen Person entfernen lassen. Wespennester sollten übrigens nur in der Zeit zwischen April und Mitte August entfernt werden – danach sind sie zu dicht besiedelt. Hier muss dann gewartet werden, bis im Herbst die Völker abgestorben sind.
Nester nicht selbst mit Salmiak verbrennen (Brandgefahr!).