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Vorhang auf für mehr Gemütlichkeit

02.09.2011, 10:48
Vorhang auf für mehr Gemütlichkeit (Bild: Fotolia)
Foto: Fotolia
Noch vor gar nicht allzu langer Zeit galten Vorhänge und Gardinen als im wahrsten Sinn des Wortes verstaubte Lichtschlucker. Das hat sich jetzt, vor allem dank luftiger Gardinen und trendiger Designs, geändert. Vorhänge und Gardinen in modernem Outfit für jeden Wohnstil feiern ihre Rückkehr in so gut wie alle Wohnbereiche.

Die wichtigste Einrichtungsregel für Vorhänge in allen Formen, Farben und Stoffen gleich vorweg: Weniger ist in den meisten Fällen mehr. So gut wie ausgedient haben daher auch die einstmals so beliebten „Doppel- Vorhang- Konstruktionen“, also Gardinen und zusätzlich noch schwere Stoffvorhänge darüber.

Geschickt ausgewählt und gut drapiert tragen die modernen Vorhänge und Gardinen allerdings ganz wesentlich zur Wohngemütlichkeit, zur Verbesserung des Raumklimas und nicht zuletzt zur kreativ- individuellen Innenraumdekoration bei.

Vorhang ist nicht gleich Gardine

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden häufig Vorhänge und Gardinen in einen Topf geworfen. Stimmt aber so nicht. Denn der wesentliche Unterschied liegt darin, dass Gardinen lichtdurchlässige, glatte Stoffe sind, Vorhänge dagegen bestehen aus dichteren und vor allem undurchsichtigen Dekostoffen.

Während Vorhänge in erster Linie dazu dienen, den Raum zu verdunkeln, erfüllen Gardinen eine praktische Doppelfunktion: Zum einen bieten sie einen recht guten Sichtschutz gegen zu neugierige Blicke der Nachbarn, zum anderen stellen sie einfach ein attraktives Raum- Dekorationselement dar. Die gängigsten Materialien für Gardinen sind Baumwolle, Seide, Leinen oder auch Synthetikstoffe. Das große Plus dieser Synthetikmaterialien liegt in der großen Pflegeleichtigkeit und ihrer Formbeständigkeit.

Übrigens: Der Begriff „Gardine“ stammt aus dem niederdeutschen Sprachgebrauch und reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Damals wurde der Bettvorhang so bezeichnet. Darauf soll sich auch der Begriff der „Gardinenpredigt“ beziehen: Dem spät heimkehrenden Ehegatten wurden hinter dem Bettvorhang kräftig Vorwürfe gemacht.

Die richtige Wahl

Vorhang und Gardine – beide haben ihre unbestreitbaren Vorzüge. Wofür man sich letztlich entscheidet, hängt von der jeweiligen Nutzung des Wohnbereichs, von praktischen Überlegungen und natürlich von persönlichen Vorlieben ab.

Entsprechend ihrer Eigenschaft, den Raum zu verdunkeln, trumpfen Vorhänge ganz besonders im Schlafzimmer und im Wohnbereich auf. Gut geeignet sind blickdichte Stoffe, z.B. schwere Baumwollmaterialien.

Dank der großen Auswahl an Stoffen, Farben und Mustern kann mit den richtigen „Fensterkleidern“ so gut wie jeder Wohnstil – von ultramodern bis romantisch verspielt – optimal betont werden. Zusatzplus: Schon am Vormittag zugezogene Vorhänge tragen im Sommer wesentlich zur Reduzierung der Hitze bei, und im Winter können sie vor allem bei älteren Fenstern die Heizkosten senken.

Achtung: Schwere Vorhangstoffe weisen meist alles in allem ein beträchtliches Gewicht auf. Eine stabile und professionell angebrachte Vorhangstange ist daher unbedingt erforderlich.

Bei der Entscheidung für Vorhänge oder Gardinen spielt auch die Raumgröße eine wichtige Rolle. So empfehlen Einrichtungsexperten für kleinere Räume in erster Linie leichte, luftige Gardinen in möglichst hellen Farben.

In der Küche kommt es vor allem auf die Pflegeleichtigkeit an: Waschbar müssen Vorhänge oder Gardinen jedenfalls sein. Bei Fenstern im Bad ist darauf zu achten, dass die Textilien möglichst feuchtigskeitsresistent sind.

Damit Vorhänge und Gardinen ihre Dekowirkung voll entfalten können, sind jedoch nicht nur Design oder Farbe wichtig. Entscheidend ist auch die Art, wie sie aufgehängt werden: Sollen sie relativ einfach und glatt fallen oder wallend und üppig in vielen Falten drapiert werden? Auch die Länge selbst – einige Zentimeter über Boden oder Fensterbrett oder in Überlänge leicht aufstehend – ist bei der Auswahl zu berücksichtigen.

Tipp: Beim Kauf bedenken, dass Naturmaterialien beim Waschen eingehen können.

Und noch einige Tipps

  • Schlaufenvorhänge: Praktisches, leicht anzubringendes und preisgünstiges Dekoelement. An einfachen Stangen können die Gardinen oder die leichten Baumwollvorhänge mittels Schlaufen mühelos angebracht werden. Mittlerweile gibt es die „Schlaufenvarianten“ in vielen Farben und Designs sehr preisgünstig zu kaufen. Vorteil: Sie werden bereits nach Standardmaßen fertig zugeschnitten angeboten und können auch als einfache Raumteilungselemente genützt werden.
  • Wie viel Stoff man braucht: Hängt natürlich in erster Linie von der Art der Drapierung ab. Als Faustregel gilt: Soll der Vorhang in Falten gelegt werden (gebräuchlichste Form), muss man für den Stoff in etwa die doppelte Fensterbreite rechnen.
  • Deko- Gardine: Möchte man den Raum einfach nur etwas gemütlicher machen oder einen farblichen Akzent setzen, sind sogenannte „Deko- Gardinen“ geeignet. Sie bedecken niemals das gesamte Fenster; hübsch sind etwa zwei leichte „Schals“, die links und rechts das Fenster einrahmen.
  • Gardinen waschen: Ausgenommen Raucherhaushalte reicht es, die Gardinen ca. alle drei Monate durchzuwaschen. Achtung: Die leichten Gardinenstoffe sind meist sehr empfindlich! Daher spezielle Waschsäcke (oder auch Kopfkissen- Bezüge) und Feinwaschmittel verwenden - und nicht schleudern. Nach dem Waschen die Gardinen in noch feuchtem Zustand aufhängen und in die gewünschten Falten legen.
ebe
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