Relax-Oase

Tipps für die richtige Planung eines Wintergartens

Wohnkrone News
04.06.2013 16:02
In regelmäßigen Abständen totgesagt, erobern sie doch immer wieder aufs Neue die heimischen Hausbesitzer und Bauherrn: Wintergärten liegen – wieder einmal – voll im Trend. Und tatsächlich ist es schwer, sich dem Charme des geschützten Logenplatzes in der Natur zu entziehen. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten, wenn der Wintergarten sich nicht zu einem Dauerärgernis und vor allem zu einer wahren Kostenfalle entwickeln soll.

Licht, Licht und nochmals Licht. So lässt sich ganz allgemein der aktuelle Architekturtrend auf den Punkt bringen. Heute sollen die Wohnräume beinahe übergangslose Verschmelzungen mit dem Außenbereich bieten. Auf die Spitze getrieben wird dies mit dem wieder angesagten Wintergarten, der den Bewohnern Naturerlebnis pur zu so gut wie jeder Jahreszeit und eine immergrüne Relax-Oase als Gegenpol zum stressigen Arbeitsalltag bieten soll.

Der Wermutstropfen dabei: Erreicht werden kann dies nur mit einem perfekt geplanten, hochwertigen Wintergartensystem und – so kritisieren Umweltexperten – in vielen Fällen auch nur mit (teurem) Energieeinsatz zum Beheizen, zum eventuellen Kühlen und zur Lüftung. Dass sich das alles in den Bau- und Erhaltungskosten deutlich niederschlägt, versteht sich von selbst.

Jede Menge Modelle
Der Wintergarten ist eher ein Begriff aus unserer Allgemeinsprache denn eine technische Gebäudedefinition. In der Praxis wird darunter – meist, aber nicht immer – ein Anbau an ein Gebäude, dessen Seitenwände und Dach größtenteils aus Glas bestehen, verstanden.

An Angeboten findet man hier so gut wie alles: Vom Wintergarten-Set Marke Eigenbau über Holz-, Aluminium-, Holz-Alu- bis hin zu Kunststoffkonstruktionen reicht die Palette. Was für den Konsumenten bei der Entscheidung für ein Modell recht verwirrend sein kann, ist, dass sich im Grundriss die verschiedensten Angebote trotz großer Qualitäts- und Preisunterschiede ziemlich ähneln. Zumindest in unseren Breiten. Denn bei den Engländern finden sich wesentlich ausgefallenere Lösungen, die auch Kuppeldächer oder kleine Erker beinhalten. Möglich wird dies durch deutlich kleinteiligere Raster der Konstruktionen. Der höhere Aufwand schlägt sich demgemäß natürlich auch in den Kosten nieder.

Wintergarten-Experten raten jedenfalls von Billigstangeboten und Marke Eigenbau deutlich ab. Denn hier sind Probleme und Ärger so gut wie sicher. Ein Wintergarten ist ein anspruchsvoller und sensibler Gebäudeteil, der Profi-Planung und die Ausführung mit hochwertigen Materialien voraussetzt.

Energiesparen mit dem Wintergarten
Bevor man sich vorschnell zum Bau eines Wintergartens hinreißen lässt, sollte man sich zunächst über einige wesentliche Punkte klar werden. Einer der wichtigsten davon betrifft die geplante Nutzung. Wird der Wintergarten richtig geplant, ausgeführt und benutzt, kann er zum Energiesparen und zu einem angenehmen Raumklima beitragen. In diesem Fall nutzt der Wintergarten den Glashauseffekt, um eine bestimmte Raumtemperatur zu erreichen.

Wichtig: Nur an der der Südseite eines Hauses kann der Wintergarten eine Pufferzone bilden, die das einfallende Sonnenlicht als Wärmeenergie aufnimmt und sich derart positiv auf die Energiebilanz des gesamten Hauses auswirkt. Abweichungen von der Südausrichtung erhöhen die Erwärmungsgefahr.

Alles eine Frage des Klimas
Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt. So kann man kurz den Wintergarten im schlechtesten Fall beschreiben. Bereits bei der Grobplanung werden die ersten Weichen für das spätere Wohlfühlen gestellt.

Tipp: Allgemein raten Experten, den Anbau so hoch wie nur irgend möglich (baurechtlich, ästhetisch) zu planen. Je höher Gebäude, umso weiter kann die warme Luft nach oben steigen. Den sogenannten Kamineffekt nützen, das heißt: Abluftöffnungen möglichst weit oben, Zugluftöffnungen möglichst weit unten.

Ohne gute Beschattung geht es im Wintergarten meist ebenfalls nicht. Empfohlen wird außenliegender Sonnenschutz, da hier die Wärme gar nicht erst in den Raum eintritt.

Alternativ-Tipp: Wenn auch nicht den ganzen Tag über, so kann doch eine gut angelegte Außenbepflanzung (z.B. Rankpflanzen, Laubbäume) die Glaswände recht wirkungsvoll von außen beschatten. Im Winter werden die Pflanzen kahl und lassen das gewünschte Sonnenlicht in den Raum.

Für Wärme im Winter sorgen gute Verglasungen, die auch die Kondenswasserbildung am Glas reduzieren, und energiesparende Heizlösungen.

Tipp: Umweltexperten raten von einer kosten-, weil heizintensiven Nutzung des Wintergartens als ganzjährig benutzbaren, vollwertigen Wohnraum übrigens ab. In den kalten Tagen wird die (gut dämmende Tür) zum Wintergarten geschlossen. Allerdings müssen dann die Pflanzen im Wintergarten so gewählt werden, dass sie auch tiefere Temperaturen vertragen.

Auf guten Einbruchschutz achten
Bei Sicherheitsprofis gelten Wintergärten als äußerst sensible, weil anfällige Bereiche für Einbrüche - Fenster und Terrassentüren zählen zu den begehrtesten Einstiegsmöglichkeiten.

In Bezug auf Sicherheitsüberlegungen spielen bei einem Wintergarten das Profil, die Beschläge und die Verglasung die wesentlichen Rollen. Hochwertige Öffnungssysteme bieten heute geprüfte und durchdachte Sicherheitsüberlegungen. Vor allem Aluminiumprofile sollen das Aushebeln der Fensterflügel deutlich erschweren – aber auch hier gibt es Unterschiede im Grad der Sicherheit. Die empfindlichste Stelle ist das Glas selbst – hier müssen spezielle Gläser mit einer hohen Sicherheitsklasse eingesetzt werden.

Tipp: Beim Kauf eines Wintergartens ausführlich nach der Einbruchhemmung der Öffnungsarten und dem gesamten Sicherheitssystem erkundigen.

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