Die wichtigsten Grundregeln des Home Stagings sind einfach und einleuchtend: Der erste Eindruck entscheidet – und entschieden wird in erster Linie nicht mit Verstand und Hirn, sondern mit allen Sinnen aus dem Bauch heraus.
Was in der Theorie so einfach klingt, erfordert in der Praxis allerdings eine Menge geschultes Know- how. Denn Hauptfehler Nummer 1: Abgezielt wird bei vielen Verschönerungsmaßnahmen noch immer viel zu oft auf den eigenen Geschmack. Und das kann dann auch gründlich schiefgehen.
In den USA ist das professionelle Herausputzen von Immobilenprojekten bereits längst etabliert, ausgehend vom skandinavischen Raum schwappt die Home- Staging- Welle jetzt auch auf Österreich über.
Warum aber überhaupt dieser internationale Trend- Erfolg? Denn Immobilien punkten doch generell als sichere Wertanlage, und der Verkauf müsste doch auch ohne jede Aufmotz- Strategie gerade jetzt leichter denn je klappen?
Stimmt schon, dass das Motto "Grundbuch statt Sparbuch" stark den Markt beherrscht. Aber: Nicht jede Immobilie in jeder Lage ist auch tatsächlich Gold wert. Zusätzlich werden aufgrund der vermeintlich sehr hoch erzielbaren Preise gerade heute viele Immobilien zum Verkauf ausgeschrieben. Der Käufer hat also die Qual der Wahl – und will für sein Geld auch viel geboten bekommen.
"Immobilien- Interessenten informieren sich über einen längeren Zeitraum hinweg sehr ausführlich über die angebotenen Objekte. Steht z.B. ein Haus oder eine Wohnung über Monate hinweg erfolglos zum Verkauf, dann fällt dies auf und vermittelt bei potentiellen Interessenten den Eindruck, dass eben irgendetwas mit dem Angebot nicht stimmen kann", so Katrin Erhart von der Immobilienagentur real estate & property, die als eine der ersten in Österreich professionelles Home Staging anbietet.
"In der Praxis ist dies nicht immer einfach. Denn vielen fehlt bei uns noch das wirkliche Verständnis dafür, in die Präsentation des Objektes zu investieren", so Erhart. Und das trotz nachgewiesenem sehr guten Preis- /Leistungsverhältnis. Denn vor allem auch bei Mietobjekten stehen die Leerzeiten (und die dadurch verlorenen Einnahmen) häufig in keiner Relation zu den Kosten von Home- Staging- Maßnahmen.
"Der erste Eindruck ist entscheidend – eine zweite Chance gibt es nicht", so das wichtigste Motto jedes Home Stagings. Wobei der erste Eindruck schon bei der Anfahrt und nicht erst nach dem Betreten des Hauses beginnt: Ein in die Jahre gekommener Gartenzaun, eine nicht mehr frische Fassadenfarbe oder sogar ein ungemähter Rasen können sich als Stolpersteine für den gesamten Verkauf oder die Vermietung herausstellen.
Sowieso klar? Leider nein. Denn die Praxis belegt bei uns, dass vor allem bei zum Verkauf ausgeschriebenen Objekten nicht einmal mehr das Nötigste von den Eigentümern investiert wird. "Das geht mich eigentlich ja gar nichts mehr an" oder "Darum soll sich dann der neue Eigentümer kümmern" sind die häufigsten Argumente in diesem Zusammenhang.
Einschlägige Studien belegen deutlich, dass der erste Eindruck häufig bereits kaufentscheidend ist. Von einem gepflegten Außenbild wird ganz instinktiv darauf geschlossen, dass auch der Rest des Hauses samt technischem Innenleben gut gewartet und in Schuss gehalten wurde.
Auch kleinere Reparaturen sollten besser vom Eigentümer selbst durchgeführt werden – andernfalls geben sie für den möglichen Käufer ein gutes Argument ab, den Preis zu drücken.
Peinliche Sauberkeit im gesamten Haus ist ebenfalls ein Muss. Vor allem im so wesentlichen Bad- und Sanitärbereich sollte wirklich jede Fuge peinlichst genau auch auf noch so kleine Schimmelstellen und Schmutz untersucht werden.
Übrigens: Home Staging gilt mittlerweile auch als heißer Tipp für alle, die zwar nichts zum Verkaufen haben - aber sich selbst in den eigenen vier Wänden einfach wohler fühlen wollen!