Was braucht man denn schon groß? Für den Anfang reicht doch wirklich das Notwendigste. Eine sorglose Überlegung, die leicht schon einmal zum finanziellen Bumerang werden kann. Denn viele Dinge und Gegenstände, die in der elterlichen Wohnung selbstverständlich waren, müssen in den meisten Fällen neu angeschafft werden. Das beginnt schon bei der Kaffeemaschine, die für den perfekten morgendlichen Muntermacher sorgt, geht über Kästen und Stauräume und endet beim Halter für den Zahnputzbecher. Alles in allem kann sich die erste Einrichtung daher auch beim günstigsten Möbelhaus ganz schön zu Buche schlagen.
Auch, wenn es viel mehr Spaß macht, gedanklich schon einmal die verschiedensten Farben an die Wände zu malen, die ersten „Einweihungsfeste“ zu planen und ganz allgemein in der Vorfreude auf die neue Wohnfreiheit zu schwelgen – ohne eine gute und vor allem auch ausführliche Planung läuft beim ersten Einrichten gar nichts.
Hilfreich ist dabei eine Checkliste, in der alle Gegenstände, die später für das Alltagsleben gebraucht werden, niedergeschrieben werden. Bewährt hat sich die Methode, hier nach Bereichen vorzugehen, also Küche, Bad, Wohnzimmer und Schlafzimmer.
Festgehalten werden sollte wirklich alles, was man braucht, selbst, wenn das eine oder andere aus der elterlichen Wohnung mitgenommen werden kann.
In einem zweiten Schritt vermerkt man dann bei jedem Gegenstand, ob dieser bereits vorhanden ist oder neu angeschafft werden muss. Dann folgt die erste (ehrliche!) Zwischenrechung und notfalls die ersten Abstriche: Was ist von Beginn an unbedingt notwendig, was kann auch später noch angeschafft werden?
Tipp: Sachen oder Gegenstände, die aus der elterlichen Wohnung mitgenommen werden sollen, zur Sicherheit auch deutlich mit den Eltern absprechen!
In den meisten Fällen wird das zur Verfügung stehende Budget für die erste Einrichtung und Ausstattung der Wohnung nicht ausreichen. Hier hilft nur eines: freundliches Schnorren bei Familie, Bekannten und Freunden. In vielen Haushalten finden sich eine Menge noch durchaus guter, aber nicht mehr genützter Haushaltsgegenstände und vielleicht auch Küchengeräte und Geschirr. Die zwar noch fast neuwertige Kaffeemaschine, die durch den stylischen Kaffeeautomaten abgelöst wurde, der praktische Mixer, der seit der vollautomatischen Alleskönner- Küchenmaschine ausgedient hat, das Kaffeeservice aus dem Sonderangebot, das eigentlich nur Platz im Küchenschrank wegnimmt, Kochtöpfe und altes Besteck und, und, und. Nicht selten sind die „Spender“ sogar dankbar, dass sie mit dieser Entrümpelungsaktion auch noch helfen können.
Fragen kostet nichts – und so kann die freundliche Schnorr- Tour auch auf Möbel ausgedehnt werden: Die alten Stühle, die auf dem Dachboden „vergessen“ wurden, der ausgemusterte Kleiderschrank und mit ein wenig Glück vielleicht auch einige Stücke aus Omas Fundus, die als kreative Deko- Accessoires der ersten Wohnung den ganz unverwechselbaren, persönlichen Stil geben. Klar, sind die meisten dieser Möbelstücke nicht mehr neu und modern, aber mit ein wenig Geschick können sie mit einfachsten Mitteln und wenig Geld kräftig aufgepeppt werden.
Ganz grundsätzlich spart die Suche nach gebrauchten Möbeln einiges an Geld. Zwar bieten die großen Möbelhäuser schon viele Sachen zum Schnäppchenpreis an, aber zusammengerechnet können sich auch diese einzelnen Mini- Preise zu einer Maxi- Rechnung auswachsen. Hier kann es also durchaus Sinn machen, sich beim Möbelhaus- Einkauf in erster Linie auf die tatsächlich vielfach sehr günstigen Kleider- , Ablage- und Regalsysteme zu konzentrieren und bei den anderen Möbeln so weit wie möglich auf kreative Eigenleistung zu setzen.
Längst schon hat das Internet und seine vielfältigen Angebote Flohmarkt, Trödlerladen und Co abgelöst. Mit einigem Zeitaufwand kann man zum Teil sogar Designermöbel zweiter Wahl zu kleinsten Preisen kaufen oder nicht mehr benötigte Sofas, Tische und Sessel zum Abholpreis ergattern.
Vorsicht: Bei Möbel- Internetkäufen können die Versandkosten unter Umständen teurer kommen als eine Neuanschaffung. Daher immer diese Kosten genau prüfen und hinterfragen!
Bei der Suche nach gebrauchten Möbelstücken ist es wichtig, sich nicht vom ersten Eindruck leiten zu lassen, sondern auf Größe, Form, Gestaltung und nicht zuletzt auch auf das Material zu achten. Holzmöbel, die leicht beschädigt sind, lassen sich meist sehr einfach renovieren: Die alten Farbreste abschleifen und neu lackieren. Voraussetzung fürs Geldsparen ist allerdings, dass die Materialkosten für die Bearbeitung nicht zu teuer kommen.