Nicht nur in südlichen Ländern, sondern auch bei uns reichen schon einige kräftige Hitzetage aus, um die Raumtemperatur in die Höhe zu treiben. Vor allem in den städtischen Bereichen küht es auch in der Nacht nicht ausreichend aus. Innenraumtemperaturen bis zu 30 Grad Celsius (und je nach Bausubstanz auch höher) sorgen für eine empfindliche Beeinträchtigung von Schlaf und auch Gesundheit.
„Das darf ja nicht wahr sein!“ - so das hitzegestresste Stöhnen, wenn ein Blick auf den Zimmerthermostat auch spätabends noch um die 29 Grad Celsius anzeigt. Wahr ist es leider – sein dürfte es aber, streng genommen, nach den gesetzlichen Regelungen nicht. Denn es wäre ja nicht Österreich, wenn nicht auch die menschlich zumutbare Erwärmung der Innenräume rechtlich geregelt wäre.
Nach derzeitiger Praxis gelten Räume dann als „sommertauglich“, wenn der errechnete Tagesverlauf der empfunden Temperatur tagsüber 27 Grad Celsius und nachts 25 Grad nicht überschreitet. Werte, die darüber liegen, stellen für den menschlichen Körper eine große Belastung dar.
So weit, so schlecht – denn in der Praxis handelt es sich bei diesen Vorgaben um Tendenzwerte, die häufig nur auf dem Papier leicht erfüllt werden können. Beim Altbaubestand bieten sie zudem auch keine Lösung.
Bekannt und durch mehrere Untersuchungen belegt ist, dass sich massive Bauteile (Ziegel, Beton etc.) tagsüber nur langsam erwärmen und während der kühleren Nacht überschüssige Temperatur abgeben. Zusätzlich spielt auch die Dämmung eine wichtige Rolle: Gut gedämmte Häuser halten die sommerliche Hitze vom Innenraum wirksamer ab als ungedämmte.
Wärme in eine Wohnung zu bringen, ist heute wesentlich einfacher (und meist auch kostengünstiger) als überschüssige Hitze aus der Wohnung wieder zu entfernen. Daher lautet die oberste Grundregel: Hitze an heißen Tagen so weit wie möglich gar nicht erst in die Wohnung lassen!
Drei Punkte spielen in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle: ein wirksamer Sonnenschutz, eine ausreichende Belüftung der Räume und der Verzicht bzw. das Abschalten aller zusätzlichen großen Wärmequellen im Haushalt, wenn diese nicht im Gebrauch sind (z.B. Deckenfluter, Computer, Plasmafernseher).
Am besten kann man das Eindringen der Hitze durch einen geeigneten Sonnenschutz verhindern. Allerdings: Nur wenige Gebäude sind mit außenliegenden Beschattungssystemen, mit denen die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduziert werden kann, ausgestattet – die üblichen innenliegenden Sonnenschutzsysteme schaffen lediglich magere 25 Prozent. Denn hat das Licht erst einmal die Fensterscheibe passiert, wird es (auch bei innenliegendem Schutz) zu einem großen Teil in Wärme umgewandelt.
Tipp: Innenliegenden Sonnenschutz wie z.B. Vorhänge, Blenden und Rollos am besten mit möglichst heller Außenseite oder mit Metall beschichtet wählen, da helle Farben das Licht besser reflektieren.
...kann eine wohltuende Erleichterung bei Rekord- Hitzestaus in den Wohnräumen sein. Daher werden in vielen Haushalten auch gleich nach dem Heimkommen die Fenster weit aufgerissen und bis in den Morgen hinein offen gelassen – „damit es kräftig durchzieht“.
Querlüften ja, aber zu richtigen Zeiten – so die einhellige Meinung der Raumklima- Experten. Denn an wirklich heißen Tagen bringt nur das Lüften spät nachts und in den frühen Morgenstunden etwas. Wer zu früh lüftet oder gleich das Fenster den ganzen Tag in Kippstellung hält, verschärft das Hitzeproblem nur: Die derart konstant zugeführte Hitze setzt sich hartnäckig in den Wänden fest.
„Nicht ohne meinen Ventilator“, lautet vielfach das Motto in Büros und Wohnungen an heißen Tagen. Tatsächlich verhelfen Ventilatoren, je nach System, Größe und Wirkungsprinzip, zu einem kühleren Gefühl. Die tatsächliche Raumtemperatur wird dadurch allerdings nicht deutlich beeinflusst. Der subjektive Kühlungseffekt wird in erster Linie durch den Luftstrom, der den Körper umgibt, hervorgerufen (Verdunstungskälte des Schweißes wird unterstützt). Zusätzlich beeinflussen vor allem auch Deckenventilatoren die Wärmeluft- Umverteilung in geschlossenen Räumen.
Rasch und wirksam wird die Raumtemperatur durch Klimaanlagen bzw. mobile Klimageräte abgesenkt. Bedenken muss man hier den Kostenfaktor - gute Geräte sind nicht gerade günstig - und den meist hohen Stromverbrauch. Auch gesundheitliche Irritationen (z.B. Atemwege, Muskelverspannungen etc.) können leicht bei Klimaanlagen auftreten.
Tipp: Bei Klimaanlagen die Temperatur niemals zu stark absenken. Als Faustregel gilt eine Differenz zur natürlichen Umgebung von sechs Grad.