Heizkostenfalle

Richtig heizen und Geld sparen in der Übergangszeit

Wohnkrone News
05.04.2013 13:35
Nicht genug damit, dass der Endlos-Winter mit seinen grauen Tagen allmählich heftig aufs Gemüt drückt – auch der Blick auf die Heizkostenabrechnung verspricht dieses Jahr wenig Sonnenschein. Die Kosten, speziell für fossile Brennstoffe, sind drastisch gestiegen, zudem ist auch Anfang April ein Ende der Heizsaison noch nicht abzusehen. Bewusstes Heizen ist also angesagt.

Offiziell ist die Heizsaison 2012/2013 ja schon mit Ende März beendet. Praktisch erlaubt die derzeitige Wetterlage allerdings nur wenigen Haushalten den gänzlichen Verzicht oder zumindest die deutliche Drosselung der Zufuhr von Wärme. In vielen heimischen Haushalten läuft daher ungebremst das Winter-Heizprogramm. Vielfach mit schlechtem Gewissen, denn klar ist schon jetzt, dass diese langen Heizmonate ein kräftiges Loch in die Haushaltskasse reißen werden.

Teures Übergangsheizen
Ein Ende der Belastungen ist nicht so bald in Sicht: Denn auch, wenn die Temperaturen wieder steigen, kann erfahrungsgemäß in der sogenannten Übergangszeit, die sich übrigens heuer laut einigen Wetterexperten durchaus bis Mitte/Ende Mai hinziehen könnte, nicht auf Zusatzwärme verzichtet werden.

Gerade dieses Heizen in den Übergangszeiten kann sich sehr rasch zu einer weiteren Kostenfalle entwickeln: An wärmeren Tagen mit jedoch kühlen Nächten wird in heimischen Haushalten zu viel und vor allem auch falsch geheizt.

Einige der wichtigsten Sparregeln für das Übergangsheizen lassen sich aber gut auf die aktuelle Heizsituation "Winter im Frühling" anwenden. Denn mag es auch draußen schneien - zeigt sich die Sonne, ist diese bereits wesentlich stärker erwärmend als im eigentlichen Winter. Die Folge: Die Räume werden meist tagsüber bei Abwesenheit der Bewohner überheizt.

Tipp: Trotz winterlicher Optik – die Mauern und Räume kühlen nicht mehr so stark und rasch aus wie im Winter mit konstant etlichen Minusgraden. Tagsüber kann daher bei Abwesenheit der Bewohner die Heizung stärker abgesenkt werden als im Winter. 

Zu heiß, zu kalt – wie viel Heizen muss sein?
Wie bei so vielen anderen Sparpotentialen liegen die meisten unnötigen Kosten einfach in einem falschen Benutzerverhalten begründet. Das liegt daran, dass wir viele Dinge im Haushalt rein routinemäßig und nebenbei, also nicht bewusst, erledigen. Häufige Beispiele: Das Standardprogramm bei Geschirrspüler und Waschmaschine wird ebenso selbstverständlich automatisch eingestellt – auch wenn ein Sparprogramm ausreichend wäre! – wie die Raumtemperatur gewählt wird.

Beim Heizen im Frühling liegt die größte Herausforderung laut Experten darin, die richtige Wohlfühltemperatur zu finden. Das Schwierige ist, dass diese größtenteils vom persönlichen Empfinden der Bewohner abhängig ist.

Eine Grundregel lautet: Lieber etwas zu kühl (und notfalls eine warme Weste anziehen) als zu heiß!

Die häufigsten Heizkostenfallen im Frühjahr
Bis wann muss eigentlich geheizt werden? Laut einschlägigen Experten gilt die Faustregel, dass bei rund 15 Grad Außentemperatur über einige Tage hindurch die Heizung ganz abgeschaltet werden kann. Allerdings spielen hier auch noch einige andere Aspekte, vor allem die bauliche Substanz, die Dämmung, die Himmelsausrichtung des Gebäudes etc., eine wichtige Rolle.

Wird die Heizung allerdings zu früh ganz abgedreht und später wieder hochgefahren, kommt dies teurer, als in einem ersten Schritt die Heizung zunächst einmal auf die Stufe Eins oder Frost (kleines Sternchen) zu stellen.

Tipp: Auch wenn es im Innenraum doch noch einmal empfindlich kühl wird, ist es sparsamer, die Heizung nicht gleich wieder voll aufzudrehen, sondern langsam die Temperatur zu steigern.

Teuer kommt auch die verständliche Sehnsucht nach viel frischer Luft. Ist es endlich etwas wärmer, werden die Fenster viel zu lange bei häufig voll aufgedrehter Heizung geöffnet. Auch das stundenlange Kippen der Fenster erfreut sich im Frühjahr überaus großer Beliebtheit. Bewusst (!) lüften ist daher auch in den Übergangszeiten wichtig.

Tipp: Bei langen Lüftungszeiten die Heizung auf unterste Sparflamme stellen.

Clevere Zusatzheizungen nutzen
Bei schwankenden Temperaturlagen und daher besonders häufig im Frühjahr nutzt man gerne Zusatzheizungen in allen Varianten: Die "Hauptheizung" wird abgesenkt und dann in den häufig benützten Wohnräumen - auch mittels als besonders sparsam angepriesener Stromradiatoren - "dazu" geheizt. Spart doch kräftig Heizkosten – oder?

Ob tatsächlich eingespart wird oder sich die Zusatzheizung als teure Kostenfalle erweist, hängt in erster Linie von der Art der Zusatzheizung ab. So warnen Energieexperten deutlich, dass der Einsatz von Stromheizungen in den allermeisten Fällen um einiges teurer kommt, als wenn man die Hausheizung um einige Grad höher stellen würde.

Anders verhält es sich dagegen bei Kaminen und Kaminöfen. Wer einen solchen besitzt, sollte ihn gerade jetzt kräftig nutzen. Denn diese Art der Heizung ist besonders gut geeignet, um an kühlen Übergangstagen unter Umständen auch das ganze (kleinere) Haus oder die Wohnung angenehm und ausreichend zu erwärmen - oder die abgesenkte "Winterheizung" optimal in einzelnen Räumen zu unterstützen.

Zusatzplus: Ein gemütliches Kaminfeuer erwärmt nicht nur den Raum, sondern auch die wintergefrustete Seele! 

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