Erfolgreiche Makler wissen längst, dass das „Entree“ oder der Eingangsbereich von Haus und Wohnung eines der kaufentscheidenden Kriterien überhaupt ist. Das Vorzimmer bestimmt eben den ersten wichtigen Gesamteindruck des gesamten Objektes. Von diesem ersten Eindruck schließen viele auf Stil, Gestaltung und nicht zuletzt auch auf Mentalität und Ordnungsliebe der Bewohner.
Das Problem ist jedoch zunächst einmal oft ein räumliches: In vielen Wohnungen – ausgenommen den Altbauten – sind gerade die Vorzimmer besonders unvorteilhaft geplant: Keine Fenster, lange, enge Schläuche oder winzige Räume sind die Praxis. Der Trend, dem Eingangsbereich wesentlich mehr Bedeutung zu geben, ist bei uns erst seit wenigen Jahren im Vormarsch.
Die Stolpersteine auf dem Weg zu einem repräsentativen Vorzimmer liegen jedoch nicht nur in der architektonischen Gestaltung allein. Gerade das Vorzimmer muss als erste Anlaufstelle der heimkehrenden Bewohner und auch von Gästen eine Vielzahl von Funktionen erfüllen: Schuhe und Außenbekleidung werden hier abgelegt, schon einmal Schultasche, Handtasche, Einkäufe oder Post in irgendein gerade freies Eck gelegt bzw. einfach fallen gelassen usw., usw.
Daher die erste und wichtigste Grundregel bei der Vorzimmer- Gestaltung: Kein schlechtes Gewissen, wenn man (wieder) einmal auf das vorzimmerliche Chaos blickt, denn – so auch die einhellige Meinung vieler Design- Experten – es ist beinahe unmöglich, diesen Bereich im Familienalltag immer penibel aufgeräumt zu halten.
Doch allen Mühseligkeiten zum Trotz lohnt es sich dennoch, einigen Aufwand in die Gestaltung zu investieren. Laut westlichen Wohn- Experten trägt eine heimelige und stimmungsvolle Gestaltung wesentlich dazu bei, dass wir uns sofort nach dem Aufsperren der Tür zuhause wohl und geborgen fühlen.
In den östlichen Einrichtungslehren – gleich, ob im chinesischen Feng Shui, im indischen Vastu oder im japanischen Zen – kommt dem gesamten Eingang überhaupt eine zentrale Rolle zu.
Nach diesen östlichen Auffassungen lenkt das Vorzimmer das Chi (positive Lebensenergie) in die Wohnung. Betrachtet man daher das Haus bzw. die Wohnung als Gesamtorganismus, kommt dem Eingangsbereich die Funktion des „Mundes“ zu. Alles, was ausbremst, stört oder hinderlich ist, sollte daher beseitigt werden. In der Praxis heißt dies: Weg mit allen unnötigen Dingen, die man dort der Bequemlichkeit halber vorerst einmal abgestellt hat. Auch überdimensional große Schränke mögen zwar praktisch sein, sollten jedoch im Interesse der fließenden Energie durch platzsparendere Varianten (z.B. Garderobenständer, offene und zierlichere Schuhregale) ersetzt werden.
Von vielen Feng- Shui- Beratern werden für das Vorzimmer geschickt versetzte Wandspiegel empfohlen, die die positive Energie in die anderen Räume lenken. Eine ganz wesentliche Bedeutung kommt auch dem Licht zu: Gibt es keine Fenster, sollte das Vorzimmer hell und vor allem in einen warmen Licht beleuchtet werden.
Eines der bewährtesten und auch kostengünstigsten Einrichtungs- Instrumente, um dem Vorzimmer im Nu einen optisch- frischen Look zu verpassen, ist die Farbgestaltung der Wände. Dabei darf ruhig auch „dick“ aufgetragen werden: Spezielle Effekt- Farben, die einen besonderen Glanz aufweisen oder eine auffallende Oberflächenstruktur ergeben, können den eben noch dunkel- tristen, kleinen Raum zu einem echten Eye- Catcher machen.
Bei der Farbwahl selbst entscheiden in erster Linie der Geschmack und persönliche Vorlieben. Doch hell sollten die ausgesuchten Farben jedenfalls sein. Im Übrigen sind Fantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt: Warme, ineinander verlaufende Gelb- und Orangetöne, die an Sonnenstimmungen erinnern, machen für viele das Heimkommen besonders schön. Andere wiederum setzen auf knallig- bunt und kontrastreich.
Heimwerker können sich – so dies der Mietvertrag erlaubt und nicht bei eventuellem Aufkündigen zu Ersatzleistungen zwingt – ruhig auch an der farblichen Gestaltung von Türen versuchen.
Tipp: Bei der Farbwahl auf Qualität achten, da die Vorzimmer- Wände starken Belastungen (z.B. Feuchtigkeit durch aufgehängte Regenmäntel oder abgelegte nasse Schirme, Kältestöße durch offene Türe etc.) ausgesetzt sind.