Durchatmen können

Gesunde Luft in den eigenen vier Wänden

Wohnkrone News
26.04.2013 10:18
Die Europäische Kommission hat das Jahr 2013 zum "Jahr der Luft" erklärt. Gemeint ist damit die Luftqualität, denn schlechte Luft gilt als Verursacher von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Schädigungen. Zwar liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten anlässlich dieses Jahres im Bereich der Außenluft, doch darf die Tatsache nicht vergessen werden, dass die Luft in den Innenräumen oft stärker schadstoffbelastet ist als jene im Freien.

Rund 90 Prozent unserer Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen. Und stimmt hier die Luftqualität nicht, was sich in unterschiedlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu schweren Erkrankungen bemerkbar machen kann.

Nach Schätzungen der US-Umweltbehörde USEPA ist der durchschnittliche Mensch chemischen Schadstoffen zu 72 Prozent im eigenen Heim ausgesetzt. Und so entsteht die größte Schadstoffbelastung gerade dort, wo wir uns eigentlich am wohlsten und sichersten fühlen sollten – in den eigenen vier Wänden.

"Es geht generell um mehr Achtsamkeit im Umgang mit der Umgebungsluft, doch in den Innenräumen können wir selbst mehr für eine gute Luftqualität tun", betont Thomas Schlatte, Sprecher der Plattform "MeineRaumluft".

Beim Bauen auf Materialien achten
Frühlingszeit ist Bauzeit. Und so werden jetzt nach dem langen Winter tatkräftig Hausbau- oder Sanierungsvorhaben angegangen. Und hier kann bereits ein wichtiger Grundstein zu einer guten Innenraumluft und damit allgemein zu mehr Wohnqualität gelegt werden.

"Die Schadstoffbelastung in Innenräumen – etwa durch Allergene, Feinstaub oder Formaldehyd – stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Neben Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit können diese auch die Ursache ernsthafter Erkrankungen sein, z.B. Schädigungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Probleme oder sogar Krebserkrankungen", warnt Brigitte John-Reiter, Geschäftsführerin der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Projektleiterin des neu gegründeten "Kompetenz-Zentrum Gesundes Bauen". 

Die Wahl wohngesunder und schadstofffreier Baustoffe und Einrichtungsmaterialien ist also weit mehr als nur ein Tüpfchen auf dem i. Allerdings: Hier die richtigen Materialien auch zu finden, ist in der Bau- und Einrichtungspraxis gar nicht so einfach. Denn so ist z.B. Holz nicht gleich Holz – hier kommt es auf die Holzart sowie die Ver- und Bearbeitung an.

Tipp: Auf Umwelts- und Qualitätszertifikate achten. Auch im Netz findet man bei vielen heimischen Umweltorganisationen und -institutionen wertvolle Hinweise dazu.

Richtiges Lüften
Aber auch ganz ohne Bautätigkeit – in jedem Wohnraum kann der Einzelne eine ganze Menge für eine saubere Luft tun. An oberster Stelle – und bei Weitem nicht nur in der Heizsaison – steht regelmäßiges und richtiges Lüften. Denn mangelnde Raumluftqualität kann heute sehr oft in Verbindung mit den energiesparenden, "luftdichten" Bauweisen beaobachtet werden, da eine "natürliche" Lüftung durch undichte Stellen im Gebäude wegfällt.

Treten zu diesen Bauweisen noch falsche Baumaterialien, eine schlecht gewählte Einrichtung und eine nicht ausreichende Lüftung hinzu, kann dies zu einer bedenklichen Ansammlung von Schadstoffen in den Innenräumen führen.

"Moderne Gebäude haben eine wesentlich dichtere Gebäudehülle als früher. Der Austausch mit der Außenluft ist daher um ein 10-Faches geringer als noch vor 20 Jahren. Die energiesparend errichteten und sanierten Gebäude leisten zwar einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, entpuppen sich aber bei fehlender oder falscher Lüftung als gesundheitsschädigende Schadstoffkäfige für den Einzelnen", so Alexander Lehmden, Internationales Produktmanagement Wienerberger AG, eine der "MeineRaumluft"-Plattformpartner.

Lüftungs-Tipps:

  • Regelmäßig und richtig: Stoß- oder Querlüftung in regelmäßigen Zeitabständen.
  • An stark befahrenen Straßen: Liegt die Wohnung/das Haus an stark befahrenen Straßen, Lüftungszeiten nach Möglichkeit auf verkehrsarme Zeiten legen.
  • Allergiker: Gerade im Frühjahr ein Problem, wenn Pollen das Leben schwer machen. In vielen Allergiker-Wohnungen bleiben daher häufig die Fenster tagsüber dicht verschlossen. Tipp von Thomas Schlatte: Auf Pollenkalender achten, die Auskunft geben, zu welchen Tageszeiten an welchen Orten die Außenluft besonders stark belastet ist.

Und noch einige Tipps für eine gute Raumluft:
Die wichtigste Strategie zur Verminderung der Raumluftverschmutzung liegt darin, Schadstoffquellen zu beseitigen oder – falls dies nicht möglich ist – so weit wie möglich zu reduzieren.

  • Rauchen: Wenn schon nicht gänzlich, dann sollte unbedingt Rauchen in Innenräumen vermieden werden, da der Tabakrauch Tausende – zum Teil hochkonzentrierte – Raumluftschadstoffe enthält.
  • Duftkerzen & Co: Duftöle, Räucherstäbchen und Duftkerzen sind bei uns nicht nur im Winter, sondern zu jeder Jahreszeit beliebt. Sparsam einsetzen und vor allem auch bei Räucherstäbchen auf möglichst natürliche sowie hochwertige Qualität achten.
  • Computer, Drucker, Kopierer: Home-Offices in jeder Form finden sich heute in so gut wie allen Wohnungen. Vor allem in engen Räumen geben die Geräte beim Betrieb eine unter Umständen große Konzentration an Feinstaub und Ozon ab. Häufig lüften und konsequent bei Nichtbenützung abschalten.
  • Reinigungsmittel: Einige aggressive, ätzende Reinigungsmittel beeinflussen ebenfalls die Qualität der Raumluft negativ. Und beeinträchtigen die Atemwege. Auf Umweltzeichen (z.B. "Blauer Engel") achten.
  • Raumsprays: Sorgen nicht wirklich für gute Luft, sondern überdecken schlechte Gerüche. Daher sparsam einsetzen – und besser öfters lüften!
  • Feuchtigkeit: Auf trockene Wohnräume achten! Nach dem Kochen oder Duschen ausgiebig lüften. Nach Möglichkeit jetzt die Wäsche im Freien trocknen.
  • Sauberkeit: Glatte Böden täglich feucht wischen und Teppiche öfters gründlich absaugen.
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