MWH- Steiermark ist nicht nur Partner der Baumeistergruppe „Wienerberger MassivWertHaus“, sondern gilt als Vertriebs- Zusammenschluss zweier großer Bauunternehmen (Pongratz Bau und Lieb- Weiz) aufgrund der Vielzahl und Reichhaltigkeit an Hausbauprojekten allgemein als Trendbarometer für den Ziegelhausbau. Und mit einigen wenigen Ausnahmen, die sich in erster Linie aus der spezifischen Ziegelbauweise ergeben, bestätigt auch eine Kurz- Bestandsaufnahme bei diversen anderen großen Anbietern die Aktualität dieser Trends für die Bausaison 2010.
Auch in diesem Jahr wird sich alles in erster Linie um moderne Energieversorgungskonzepte beim Hausbau drehen, die dem künftigen Hausbesitzer nicht nur möglichst geringe laufende Betriebskosten sichern, sondern auch so weit wie möglich Unabhängigkeit von den großen Energielieferanten. Besonders beliebt: Erdwärme (großflächige Erdwärmekollektoren) und Solarthermie- Kombi- Lösungen.
Stichwort Wärmepumpe: Hier wird zunehmend auf die Photovoltaik („Strom aus der Sonne“) gesetzt, um den Anteil an Strom, den die Wärmepumpe zur Erzeugung der „Gratis“- Energie benötigt, ebenfalls nicht nur umweltfreundlich, sondern vor allem auch langfristig kostenschonend zu erzeugen.
So richtig konnte das Passivhaus die Herzen der heimischen Bauherrn nie erobern. Die Lösung: Das noch optimierte, „neue“ Niedrigenergiehaus, das das „alte“ um rund 20 Prozent an Energieeffizienz übertrifft (ca. um 8 bis 9 kWh verbessert). Dafür hat sich sehr rasch der Begriff „Super- Niedrigenergiehaus“ bei den Bauherrn eingebürgert und es dürfte sich - allgemeinen Prognosen zufolge - zum „Haus- Hit 2010“ entwickeln.
Moderne Energieversorgungssysteme sparen zwar langfristig Geld, doch sind sie in der Anschaffung erst einmal teurer. Erhöht sich also dadurch der Finanzbedarf beim Hausbau? Nein, sagen die Fachleute. Denn noch vor einigen Jahren schwer vorstellbar, ist es heute bereits gängige Praxis (und wird sich 2010 noch eher verstärken), dass der Bauherr durchaus bereit ist, für durchdachte „Gesamt- Energielösungen“ mehr Geld in die Hand zu nehmen. Gespart wird dafür an anderer Stelle, etwa beim Keller, der - liegt keine bauliche Notwendigkeit z.B. Hanglage vor - auch immer öfter mal ganz wegfallen kann, oder bei der Garage (im ersten Schritt tut es auch ein Carport). Oder anders ausgedrückt: Die finanziellen Gewichtungen verschieben sich einfach.
Möglich gemacht wurde die Wiederkehr der monolithischen Ziegelwand durch innovative Produkte von Marktführer Wienerberger. So erreicht der neue „Porotherm 50 H.i“ ganz ohne Zusatzdämmung die geforderten Werte des „Super- Niedrigenergiehauses“. Das Problem lag allerdings bislang darin, dass viele Hausbauer bei einer „50er“- Wand zu großen (Innen- )Raumverlust fürchteten. Dazu DI Alexander Pongratz vom „MWH Steiermark“: „Das hat sich deutlich geändert. Um optimale Energiekennwerte zu erreichen, muss etwa der 25er- Ziegel zusätzlich mit einer Wärmedämmung von 18 bis 20 cm Dicke versehen werden. Rechnet man diese beiden Werte zusammen, besteht in der Praxis kein großer Unterschied mehr zu einer einschaligen 50er- Ziegelwand, die die gleichen Energiekennwerte erreicht. Und zusätzlich noch die bekannten bautechnischen und baubiologischen Vorteile des Ziegels in vollem Umfang, weil nicht gedämmt, beibehält.“ Auch beim Fenstereinbau spreche aus energietechnischer Sicht vieles dafür, die Fenster direkt in eine massive Ziegelwand und nicht in eine Dämmschicht einzubauen.
Wesentlich stärker als früher rückt heute auch das Haus als sichere Wertanlage in das Zentrum der Überlegungen der Hausbauer. Gefragt sind daher bekannte Markennamen, angefangen vom Baustoff, über Dach, Fenster, Türen bis hin zur Innenstiege und Fenstersims, kurz alle Faktoren, die einen etwaigen Wiederverkaufspreis positiv beeinflussen.
Sicherheit aber auch beim Wohnen selbst. Die Zahl der Einbrüche nimmt stetig zu und nur, wer sich möglichst weitgehend gegen ungebetene Gäste absichert, kann sich auf volle Wohnqualität im Hausbesitzer- Alltag freuen. Hat man noch vor Kurzem in vielen Fällen zwar die Vorbereitungen für den Einbau einer Alarmanlage „für später einmal“ in die Planung miteingeschlossen, so werden immer mehr umfassende Alarmanlagenlösungen von Beginn an mitbeauftragt. Eine Tendenz, die sich heuer noch verstärken wird.
Immer mehr im Kommen sind auch Wohnraumlüftungen, denen der Konsument anfangs eher skeptisch begegnet ist. Und hier sind in erster Linie solche Systeme gefragt, bei denen die Wärme der Abluft nicht verloren geht, sondern rückgeführt wird, und so wiederum zu einem möglichst geringen Zusatzheizbedarf beitragen.
Architektonisch punktet im Außenbereich das Flachdach gegen das Pultdach. Im Innenbereich wollen immer weniger – und nicht nur der Frauen – auf die Bequemlichkeiten eines eigenen Schrankraumes verzichten. Dafür darf dann schon mal das Schlafzimmer etwas kleiner ausfallen.