Der geheimnisvoll glitzernde Palast aus Schnee und Eis der Schneekönigin gehört wohl für viele zu den nachhaltigsten und eindruckvollsten Märchenbildern.
Und nicht erst, seit es Eis- und Schneehotels gibt, hat die Realität die Märchenwelt eingeholt: Eisschnitzerei gibt es bereits seit der Tradition der Inuits beim Iglubau. Allerdings spielten hier praktische Überlegungen, wie zum Beispiel Stabilität, und keine künstlerisch- kreativen Anforderungen die Hauptrolle.
Echte Eispaläste dürfte es allerdings als Hauptattraktion für den reichen Adel im Russland des 18. Jahrhunderts gegeben haben. Die glitzernden Bauwerke aus Schnee und Eis wurden als Kunstwerke angesehen und dementsprechend mit bunten Glasscheiben als Fenstern und allerlei aufwendigen Verzierungen geschmückt.
Weltweit bekannt wurde die Eisschnitz- Kunst (wieder) durch die Olympischen Winterspiele 1972 in Sapporo. In Japan hatten Studenten bereits einige Jahrzehnte vorher innerhalb des Landes großes Aufsehen mit monumentalen Figuren aus Eis erweckt. Aus diesem Event wurde eine jährliche Tradition, die als besonderes kulturelles Highlight in das Rahmenprogramm der Olympischen Spiele eingebettet wurde.
Eisschnitzen gilt heute als internationale Kunstdisziplin, bei der sich die Eisschnitzer aus den verschiedensten Ländern immer wieder "coole" Wettbewerbe in den unterschiedlichsten Kategorien und Anforderungen liefern.
Auch in die Stadtgestaltung hat die Eiskunst Einzug gehalten: aufsehenerregende Events, wie zum Beispiel Flammen in überdimensionalen Eissäulen, locken immer wieder Tausende Besucher an.
Echtes Eisschnitzen erfordert eine ganze Menge Kraft, da die stahlharten Blöcke mithilfe von Kettensägen, Meiseln und warmem Wasser bearbeitet werden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, besonders beliebt sind, ähnlich wie bei Sand- Wettbewerben, Tierfiguren. Wer sich selbst daran versuchen möchte, wird fündig: Mittlerweile gibt es auch im deutschsprachigen Raum einige Wochenend- Angebote zum "Eisschnitzen- Schnuppern".
Fernab von den internationalen Eiskünstler- Treffs gibt es vor allem in der Gastronomie eine feste "Eisskulpturen- Kultur": Seit Jahrhunderten gelten Eis- Schwäne und andere Figuren als der Inbegriff einer edlen Dekoration für besonders festliche Anlässe und krönende Highlights der Buffet- Gestaltung. Edel ist meist leider aber nicht nur das Motiv, sondern auch der Preis: Für einen kunstvollen Schwan muss man durchaus, je nach Größe und Ausgestaltung, mit einem bis zu vierstelligen Euro- Betrag rechnen. Nicht zuletzt angesichts der Vergänglichkeit für Otto- Normalverbraucher wohl eine Investition der Kategorie "Wenn ich sonst keine Sorgen hätte".
Zwischenzeitlich bieten Online- Shops auch Formen für das kostengünstigere Do- it- yourself- Verfahren, inklusive genauer Arbeitsanleitung, an. So einfach ist die Herstellung in der täglichen Haushaltspraxis allerdings nicht. Denn für etwas kunstvollere Kreationen muss man schon über einiges handwerkliches Geschick verfügen – und über einen Gefrierschrank mit ausreichend Platz: So wird z.B. der beliebte Schwan aus mehreren Form- Blöcken zusammengesetzt, die geschickt miteinander verbunden werden müssen, empfohlen wird eine Gefriertemperatur von -18 Grad.
Einfacher geht es mit kleinen Formen, die dann allerdings auch nicht eine solch spektakuläre Wirkung erzielen und aufgrund ihrer kleinen Größe im Innenraum allzu rasch schmelzen.
Wenn der Winter mit voller Kraft und eisigen Minustemperaturen zuschlägt, können sich Erwachsene wie auch der Nachwuchs, dem das Basteln mit Eis besonders viel Spaß macht, auf Balkon, Terrasse oder im Garten voll in Sachen Eiskunst austoben. Das Prinzip ist simpel: Mittels einfacher Gefäße oder Utensilien aus dem Haushalt – vom Joghurt- Becher bis zum Pingpong- Ball – und auf Wunsch einiger dekorativer Gestaltungselemente, wie z.B. Wasserfarben oder Winterstrauchzweige, können eine Vielzahl kreativer Eiskunst- Ideen verwirklicht werden. Nachfolgend einige Anregungen: