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23.04.2014 - 13:14

Audi TT Roadster: Es lebe die Nüchternheit!

14.01.2009, 15:30
Audi TT Roadster: Es lebe die Nüchternheit! (Bild: Stephan Schätzl)
Foto: Stephan Schätzl
Ein Roadster ist eigentlich ein emotionales Fahrzeug, das seinem Besitzer das Herz erwärmt. Beim Audi TT Roadster liegt der Fall ein wenig anders, er ist eher kühl wie ein Eiswürfel und nüchtern wie ein Kommentar von Walter Röhrl. Eine Techno- Ikone, die man am liebsten mit eisgekühltem Super Plus betanken möchte. Die Emotion kommt beim Fahren.

Ziemlich humorlos geht schon die Automatik namens S tronic zu Werke. Ohne jede Anfahrverzögerung presst es einem ruckartig die Power des 250- PS- Sechszylinders ins Kreuz, dass man sich an den S8 erinnert fühlt (hat fast doppelt so viel PS), wenn man das Gaspedal neigt. Sanft geht dann aber das Schalten von sich, besonders bei Bedienung mit den Schaltknopferln am Lenkrad geht das zumeist völlig ruckfrei vonstatten. Wahlweise lässt sich auch ein Sportmodus aktivieren, am meisten Spaß macht der manuelle Betrieb.

Schwer ist leicht was

Wer 250 PS sagt, muss auch Allrad sagen. Das bringt zwar knapp 200 Kilo mehr, zahlt sich aber in Sachen Fahrverhalten und Traktion voll aus. Vor allem ist es im Vergleich noch immer gut erträglich. Der große TT ist immer noch 120 Kilo leichter als etwa der kleine Alfa Spider, und sogar knapp 300 Kilo leichter als dessen übergewichtige Allrad- Sechszylinder- Version. 58 Prozent Aluminium sei Dank. Jedenfalls liegt der TT wie ein Brett mit den optionalen 255er 19- Zöllern, für die man allerdings 2.500 Euro extra löhnt. Am Testwagen zeigt sich allerdings, dass der Spaß an so großen Felgen ein durchaus zweifelhafter ist. Alle vier waren von vorhergehenden Testeinsätzen komplett bedient (und bei einem Kilometerstand von 1.800 können es nicht viele Einsätze gewesen sein), jedes Einparken ist ein Hazardspiel für die Alus, da sogar die flachsten Randsteine höher sind als die Reifenflanke.

Sinfonie aus der Abgasanlage

Überhören wird man das Knirschen nicht, der Motor ist so leise, dass er komplett in den Hintergrund tritt. Ein „läuft der schon“ vom Beifahrersitz ist keine Seltenheit. Ist der Wagen in Bewegung, lassen sich auf der Klaviatur des Antriebs herrliche Sinfonien spielen, von sanftem sonorem Brabbeln bis zum lauthalsen Schreien (etwa wenn man in 6,1 Sekunden auf 100 beschleunigt, Höchsttempo 250 km/h) ist alles drin, inklusive Röcheln beim Runterschalten. Die Akustik geht durchs Gehör direkt ins emotionale Zentrum und lässt die Coolness verschwinden, die die Optik ausgelöst hat. Der einzige Sound, der einfach gar nicht passt, ist der beim Zuschlagen der Türen und der Kofferraumklappe (wobei hier natürlich der ausfahrbare Heckspoiler akustisch zum Tragen kommt, aber to spoil heißt ja bekanntlich verderben).

Psst!

Bei geschlossenem Verdeck ist es im Innenraum dank spezieller Dämmung relativ ruhig, sodass die Fähigkeiten der Stereoanlage gut zum Tragen kommen. Wer sich um über 3.000 Euro ein Navigationssystem (das übrigens bestens zu bedienen ist) mitliefern lässt und auch benutzt, muss leider auf CDs verzichten, es sei denn er investiert zusätzlich in einen CD- Wechsler fürs Handschuhfach. Hier fühle ich mich verarscht, wenn ich mir um 64.100 Euro (Preis des gut ausgestatteten Testwagens) einen Zweisitzer kaufe!

Das Innere des TT wirkt hochwertig, besonders mit zweifarbiger Lederausstattung. Die dicken Ledernähte sind aber nicht ganz mein Fall. Der „Leder- Impuls- Sportsitz“ taugt nur für schmale Hintern, ich sitze mit dem Hüftgelenk auf der Seitenhalt spendenden seitlichen Backe – schmerzhaft auf Dauer! Weil wir gerade beim Meckern sind: Dass das Lenkrad unten abgeflacht ist, sieht sportlich aus, ist aber unnötig bis unpraktisch. Lenken mit dem Oberschenkel (okay, darf man eh nicht) geht kaum. Der Sicherheitsgurt verhakt sich bei jedem Anschnallen im Hebel, mit dem man die Sitzlehne vorklappen kann. Und bitte warum geht IMMER das Radio an, wenn man die Zündung einschaltet? Es muss doch auch mal Ruhe herrschen dürfen…

Magnet- Fahrwerk

Eine echte Innovation lässt sich für das Fahrwerk ordern: magnetic ride erlaubt es, nach Belieben zwischen einer konsequent dynamischen und einer komfortbetonten Stoßdämper- Charakteristik zu wechseln. In den Stoßdämpferkolben zirkuliert ein spezielles Fluid, in dem winzige Magnetpartikel eingeschlossen sind. Durch Anlegen einer Spannung ändert sich seine Viskosität und damit die Dämpfungscharakteristik binnen Millisekunden. Diese Technologie wird auch im neuen Audi- Sportwagen R8 angeboten.

Rasantes Verdeck

Das elektrohydraulische Stoffverdeck ist genau das Richtige für diesen schnellen Roadster. Nicht nur weil es in 12 Sekunden offen ist, sondern vor allem weil es sogar bis maximal 50 km/h bedienbar ist. Das Netz- Windschott fährt übrigens auch elektrisch aus und ein, das lästige Auf- und Abstecken entfällt also – einzigartig!

Weil der TT gar so nüchtern ist, bin ich damit gleich in die Südsteiermark gefahren, Weinstraße genau gesagt. Die Gegend ist wie geschaffen für den TT: herrliche Kurven, wunderbare Landschaft fürs Dahincruisen, und Wein, damit nicht alles immer nüchtern sein muss. Der TT macht sich nämlich auch wunderbar auf dem Parkplatz. Und bei 250 Litern Kofferraumvolumen gehen sich auch beim Kurzurlaub zu zweit noch ein paar Kisten zum Mitnehmen aus.

Stephan Schätzl

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