Daten aus der Unfallforschung von ÖAMTC und ADAC zeigen, dass es bei einem Viertel aller Unfälle zu einer Mehrfachkollision, also einem "Crash nach dem Crash" kommt: "Das passiert, wenn ein Unfallfahrzeug nach dem ersten Anprall nicht zum Stillstand kommt und beispielsweise in den Gegenverkehr rollt", schildert ÖAMTC- Cheftechniker Max Lang. Ein solcher Sekundärunfall könne dramatische Folgen haben, das Risiko einer lebensbedrohlichen Verletzung sei um rund fünf Prozent höher, wenn es mehr als eine Kollision gebe.
Beim aktuellen ÖAMTC- Test wurde die Multikollisionsbremse von Volkswagen getestet, die im neuen Golf 7 zum Einsatz kommt. Ähnliche Systeme sind auch in neuen Fahrzeugmodellen von Audi (A3), BMW (3er), Seat (Leon) und Skoda (Octavia) implementiert. Für den Test wurde ein typischer Kreuzungsunfall, bei dem ein Fahrer den Vorrang missachtet und im rechten Winkel gegen ein anderes Auto prallt, simuliert. Zum Vergleich wurde derselbe Crashtest zusätzlich mit einem Golf V ohne Multikollisionsbremse durchgeführt.
Das Ergebnis ist eindeutig. Der Wagen mit Multikollisionsbremse kommt rund 20 Meter nach dem Zusammenstoß zum völligen Stillstand. Anders beim zweiten Pkw, der ohne dieses System in den Crashtest geschickt wurde: Nach dem ersten Zusammenstoß wird der Wagen abgelenkt und rollt mit einer Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h weiter, bis er von einer Betonbarriere zum Stillstand gebracht wird. Zum Zeitpunkt des zweiten Aufpralls liegt die Geschwindigkeit immer noch bei 25 km/h. Diese Restgeschwindigkeit kann für die Insassen fatale Folgen haben, weil die Rückhaltesysteme bereits beim ersten Zusammenprall ausgelöst haben und keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.
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