Seine Weltpremiere feiert der Golf - in den Augen der Niedersachsen nicht weniger als das beste Allerwelts- Auto aller Zeiten - Anfang September in Berlin; für das breite Publikum wird er ab 29. September auf dem Pariser Salon erstmals zu sehen sein, im November kommt er in den Handel. Fotos behalten die Niedersachsen zwar noch für sich, und über den Startpreis von rund 18.000 Euro kann man nur spekulieren, doch so stolz wie sie auf ihre technologischen Errungenschaften sind, verraten die Entwickler zumindest schon die ersten Details zu Antrieb, Abmessungen, Assistenzsystemen und dem Verbrauch.
Die Basis für den neuen Golf ist der viel zitierte modulare Querbaukasten, der den Ingenieuren mehr Freiheiten und Flexibilität bei fast allen Eckdaten erlaubt. So wächst der Golf in Radstand und Länge um jeweils knapp sechs Zentimeter und bietet deshalb innen mehr Platz für Knie und Koffer. Das Gepäckabteil zum Beispiel legt um 30 auf 380 Liter zu und ist dank der tieferen Ladekante auch noch einfacher zu nutzen.
Obwohl der Wagen also wieder einmal etwas größer wird, haben die Niedersachsen das Gewicht deutlich gedrückt: Weil jedes Bauteil auf die Waage kam und überall geknausert wurde, ist der Bestseller um bis zu 100 Kilogramm leichter als früher. Auch das ist neben den zwei neuen Motorengenerationen für Diesel und Benziner ein Grund dafür, weshalb der Verbrauch im Schnitt um 13,9 und im besten Fall um 23 Prozent zurückgeht.
Bei den gewaltigen Stückzahlen des Golf summiert sich das allein in Europa auf eine CO2- Reduktion von 119.000 Tonnen im Jahr, rechnet VW nicht ohne Stolz vor und nennt zumindest zwei konkrete Beispiele: Der 1,4 Liter- Benziner mit Zylinderabschaltung, der immerhin auf 140 PS kommt, ist künftig mit 4,8 Liter zufrieden. Und bei den Dieseln beginnt die Palette mit einem 105- PS- Motor, der nur noch 3,8 Liter verbraucht – und da ist vom Blue- Motion- Modell mit erweitertem Sparprogramm noch genausowenig die Rede wie von der Erdgas- und der Elektrovariante, die für das kommende Jahr avisiert sind.
Aber der Golf wird nicht nur sparsamer, sondern auch schlauer: Er bekommt jede Menge neuer Assistenzsysteme, die VW bislang nur in den höheren Fahrzeugklassen angeboten hat. Der Tempomat hält deshalb künftig automatisch den Abstand, die Sensoren lösen bei brenzligen Situationen im Stadtverkehr von alleine eine Notbremsung aus und spannen vorher zum Beispiel die Gurte, die Scheinwerfer passen den Lichtkegel der Verkehrssituation an und wer am Steuer müde wird, bekommt eine freundliche Pausenempfehlung. Selbst die Handbremse wird im neuen Golf von der Elektronik ersetzt und auf Knopfdruck bedient.
Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt waren die Infotainmentsysteme. Auch da hat VW mittlerweile einen modularen Baukasten entwickelt, der dem Golf einen serienmäßigen Touchscreen mit Bedienungsgesten wie beim iPhone bringt und den Wagen in der höchsten Ausbaustufe zum Hotspot auf Rädern macht.
Wie immer bei VW startet der Golf natürlich nicht alleine, und mit dem modularen Querbaukasten ist die Familienplanung künftig sogar noch einfacher: Der erste Verwandte ist in Form des Audi A3 schon auf dem Markt. Der Seat Leon als zweiter Bruder feiert in Paris gleich mit dem Golf Premiere, und am Ende sollen es über 20 Modelle sein, die VW und die Konzernmarken aus dem MQB- Bausatz zusammenbauen. Dazu zählen dem Vernehmen nach auch ein paar neue Varianten für den Golf selbst. Denn erstmals wird es den Bestseller nicht nur als Golf Plus, als Kombi und als Cabrio geben. Sondern wenn die Gerüchteküche stimmt, ist diesmal auch ein viertüriges Coupé im Stil des CC in Planung. Schließlich wollen endlich auch mal die Designer beweisen, was alles im Golf steckt.
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