GTI- Treffen: Viele Unfälle, Tausende Radarstrafen

19.05.2012, 08:43
Foto: Hannes Wallner / Video: krone.tv
Das 31. GTI- Treffen ist zur Radar- Party der Exekutive geworden: Die Anzahl der Geschwindigkeitsübertretungen ist gegenüber dem Vorjahr auf mehrere Tausend stark angestiegen, sagte ein Polizeisprecher. Und es ist eine Reihe von Unfällen passiert. So krachte ein Betrunkener mit dem Wagen eines Freundes gegen ein Polizeiauto.

Ein 18 Jahre alter Steirer, der keinen Führerschein besitzt, ist mit dem Pkw eines Freundes in Reifnitz in ein Polizeiauto gekracht. Dabei wurden vier Menschen leicht verletzt. Zuvor hatte der Bursche noch eine 21- Jahre alte Niederösterreicherin am Straßenrand gestreift und ebenfalls verletzt. Der Alkotest verlief positiv.

Knapp nach Mitternacht fuhr ein 21 Jahre alter Slowene mit einem Vorderreifen auf der Wörthersee- Süduferstraße einer 20- jährigen Steirerin über den Fuß. Und in Keutschach versuchte ein 18 Jahre alter Burgenländer seine Fahrkünste auf einem Campingplatz zu demonstrieren. Dabei krachte er mit seinem Fahrzeug in den parkenden Pkw eines Deutschen. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt. Der Burgenländer war allerdings alkoholisiert und musste seinen Führerschein abgeben.

Kälte als Ursache für Radarstrafen?

Den Grund für den Anstieg der Tempo- Delikte sieht die Polizei in den niedrigen Temperaturen, die Leute seien einfach mehr in Bewegung. Kälte (in der Nacht auf Freitag nur knapp über null Grad) dürfte auch eine Inspiration für folgenden Fall von Sachbeschädigung gewesen sein: In den frühen Morgenstunden drangen drei GTI- Fans aus Salzburg durch die unversperrte Terrassentüre in eine unbewohnte Pension in Keutschach am See ein. Die 20- Jährige und ihre beiden männlichen Komplizen (15 bzw. 22 Jahre alt) entfachten mit Kohle und Teilen des Mobiliars ein Lagerfeuer vor dem Haus, so die Polizei. Die Feuerwehr musste ausrücken, um die Flammen zu löschen.

Sturz aus Kofferraum während der Fahrt

Bereits im Lauf des Festes haben sich einige Unfälle ereignet, allein bis Freitagmittag gab es elf Unfälle mit zehn Verletzten. So verletzte sich ein 18 Jahre alter Steirer schwer, als er während der Fahrt aus einem Kofferraum stürzte. Er hatte sich in das offene Gepäckabteil des Autos einer 18- Jährigen gesetzt und war so bei ihr mitgefahren. In Maria Wörth stürzte er aus dem fahrenden Auto, prallte mit dem Kopf auf den Asphalt und blieb bewusstlos liegen. Er wurde von der Rettung ins Unfallkrankenhaus Klagenfurt gebracht, die Lenkerin beging fuhr davon.

Ein Unbekannter fuhr mit seinem VW Golf mit Schweizer Kennzeichen am Vormittag am sogenannten "Gummi- Gummi- Hotspot" am Hafnersee in Keutschach einem 21- Jährigen aus Abtenau über den Fuß und beging Fahrerflucht. Am Abend davor hatte ein Autolenker auf der nassen Wiese eines Campingplatzes versucht, mit seinem Auto zu driften. Dabei verlor er die Kontrolle und stieß gegen einen 18- jährigen Campingplatzbesucher. Der junge Mann wurde mehrere Meter zur Seite geschleudert und leicht verletzt. Danach stieß das Auto gegen zwei parkende Pkws. Der Lenker ließ sein Fahrzeug stehen und flüchtete zu Fuß. Eine Fahndung blieb vorerst ohne Erfolg.

Am Vormittag geriet ein 19- jähriger Schwabe auf der Keutschacher Landesstraße auf die Gegenfahrbahn. Er stieß frontal gegen das entgegenkommende Auto eines 38 Jahre alten Niederländers. Dieser und seine Ehefrau wurden mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Unfallkrankenhaus gebracht. Der Deutsche, der alkoholisiert war, kam mit leichten Verletzungen davon.

Feucht- fröhlich ist es auf jeden Fall

Weil "der See ruft", strömen Tuning- Freaks und -Fans aus der ganzen Welt Jahr für Jahr nach Reifnitz, um ihre Karossen zur Schau zu stellen und ordentlich auf den Putz zu hauen. "Sehen und gesehen werden", lautet das Motto. Nach Regen an Tag eins spielt inzwischen das Wetter mit. Entlang der Straßen posieren die Besitzer der um Tausende Euro aufgemotzten Prachtautos mit ihrem besten Stück. Auch viele Hersteller sind am Wörthersee vertreten - allen voran der Volkswagen- Konzern - um der treuen und ausgabefreudigen Klientel die neuesten Auto- Accessoires zu präsentieren. Garniert wird das Spektakel mit nackter Frauenhaut sowie jeder Menge Party und Alkohol.

Das Programm steht selbstverständlich ganz im Zeichen von "Gummi, Gummi" - von der Monstercart- über die Burn- Out- Show mit 220- PS- Golf bis zur Motorrad- Freestyle- Show wird ordentlich Treibstoff verheizt werden. Zum Drüberstreuen blitzt an jeder Ecke nackte Haut: "Sexy Car- Wash" wird ebenso geboten wie Fahrzeug- Fotoshootings mit Playmates und Gogos bei jeder Gelegenheit. Erwartet werden heuer 150.000 bis 170.000 Besucher, sagte Adolf Stark, Bürgermeister der Gemeinde Maria Wörth. Zum Jubiläumstreffen im Vorjahr waren 150.000 Besucher gekommen, 2010 schätzte man 120.000 Personen.

Die Polizei ist gerüstet

Die Polizei hat erneut aufgerüstet und Verstärkung aus anderen Bundesländern bekommen. Hundestaffeln, Hubschrauber und Polizeiboote sind bereits voll im Einsatz. Besonders viel zu tun gab es aber dank des verregneten Auftakts bisher nicht. Polizeisprecher Rainer Dionisio freut sich über die gute Statistik: "Schon vergangenes Jahr hatten wir 20 Prozent weniger Anzeigen. Bisher liegen wir noch einmal knapp darunter."

Die Veranstaltung gilt als Belebung des Tourismus in der Vorsaison. Für die Nerven der Anrainer wird die GTI- Woche regelmäßig zur Zerreißprobe, mit Lärm, Gestank und Partyvolk im Vorgarten.

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AG/red
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