"Für viele ist die Fahrt an sich ein lästiges Übel, das man eben in Kauf nehmen und irgendwie hinter sich bringen muss", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Dabei wäre es umso wichtiger, positiv umzudenken. Nur so wird man in Stresssituationen gelassener reagieren und entspannter ans Ziel kommen." Der Urlaub kann schon auf der Hinfahrt beginnen – vorausgesetzt, man beherzt einige Tipps:
Die Reise gut planen: Zeitgerechte Informationen über das zu erwartende Verkehrsaufkommen einholen, denn zur Hauptreisezeit muss mit Staus gerechnet und die Fahrzeit nicht zu knapp kalkuliert werden. Wichtig ist, dass man für Verzögerungen mit ausreichend Bordverpflegung gewappnet ist: Getränke (Wasser, verdünnter Saft, Tee, kein Alkohol) und Snacks (Riegel, Kekse, Obst) griffbereit verstauen.
Ausweichrouten überlegen: Verkehrsfunk hören und empfohlene oder selbst vorbereitete Ausweichrouten nützen. Aktuelle Staumeldungen des ÖAMTC kann man sich auch via RSS-Feed auf das Mobiltelefon schicken lassen.
Für gute Laune sorgen: Auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, Musik hören, sich unterhalten oder mit den Kindern spielen. Auf jeden Fall Ideen und Spiele mitnehmen.
Gegen Reiseübelkeit vorsorgen: Sich vor Reiseantritt in der Apotheke über die verschiedenen Präparate wie Reisekaugummis, Tropfen, etc. gegen Reiseübelkeit beraten lassen. Sicherheitshalber ein Plastiksackerl bereitlegen.
Vorsicht bei Müdigkeit: Bei Anzeichen von Ermüdung (z. B. starrer Blick, oftmaliges Gähnen) muss der Fahrer unbedingt eine längere Pause eingelegen. Frische Luft, laute Musik, Kaffee oder Energy Drinks machen nur kurzfristig munter, die Müdigkeit kommt danach meist umso stärker wieder und die Leistungsfähigkeit sinkt dramatisch ab. Hier ist auch die Bordcrew gefordert, den Fahrer aufmerksam zu machen, wenn der seine Müdigkeit nicht selbst wahrhaben will.
Regelmäßig Pausen einlegen: Das ist besonders dann wichtig, wenn die Laune zu kippen droht oder die Konzentration des Fahrers nachlässt. Alle zwei bis drei Stunden eine längere Pause zu machen. Nach Möglichkeit auch Fahrerwechsel durchführen.
Abstand halten: Mit mehr Abstand hat man weniger Stress, Fehler oder spontane Fahrmanöver des Vordermannes rechtzeitig auszugleichen.
Spurtreue im Kolonnenverkehr: Ständiges Wechseln des Fahrstreifens verlangt mehr Konzentration von einem selbst und allen anderen Verkehrsteilnehmern, damit steigt auch das Unfallrisiko. "Es ist ein Irrglaube, dass man dadurch schneller vorankommt, wenn man von links nach rechts und wieder zurück springt", sagt die ÖAMTC-Expertin.
Nicht versuchen, die Zeit aufzuholen: Immer wieder passieren nach Auflösung eines Staus weitere Unfälle, weil Lenker glauben, die verlorene Zeit durch höheres Tempo aufholen zu können. Besser, man findet sich damit ab, dass man später am Ziel ankommen wird, dafür aber gesund. Der Unterschied macht im Endeffekt in den meisten Fällen nur wenige Minuten aus.
"Wichtig ist vor allem, sich nicht schon von vorne herein im Kopf zu verkrampfen. Wer davon ausgeht, dass die Urlaubsfahrt sowieso ein Horrortrip wird, steuert geradewegs darauf zu", warnt die Psychologin. "Eine relaxte Einstellung wird auch ein entspannteres Fahrgefühl zur Folge haben."
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