Einen Hauch von Formel- 1-Flair bekommt man,
sobald man am Steuer des C3 Platz nimmt. Wir haben das in einem
1,4 HDi mit 68 Diesel- PS und SensoDrive getan. Wie im Formel- 1-Boliden
(oder zum Beispiel in Ferrari- Sportwagen) finden sich hinter dem
Lenkrad in nächster Nähe und Griffweite zwei Hebelchen,
von denen der eine zum Rauf- , der andere zum Runterschalten gedacht
ist. Alternativ lässt sich aber auch per Schalthebel sequentiell
schalten. Oder man lässt ganz die Finger von den Hebeln und
überlässt das Wechseln der Gänge seinem Gefährt.
Ungewohntes Schalten
Wer jetzt gedacht hat, SensoDrive hätte etwas
mit sensibel zu tun und würde bedeuten, dass diese Automatik
besonders gefühlvoll schaltet, wird bitter enttäuscht.
Ein fließend weiches Fahren ist kaum hinzubekommen, weder
im Automatik- noch im manuellen Modus. Nach dem Griff zum Hebel
dauert es eine Weile, bis tatsächlich der Gang gewechselt
wird. Jeder Schaltvorgang zwingt die Insassen zum Nicken, auch
wenn sie lieber "Nein" schreien wollen.
Im Automatikmodus schaltet der C3 nicht unbedingt
da, wo man es erwartet. Wenn man zum Beispiel mit konstant gehaltenem
Gaspedal (sagen wir mal zu 60 Prozent durchgedrückt) losfährt,
dreht er den ersten Gang unangenehm weit aus, um die nächsten
Gänge dann sehr viel schneller zu wechseln. Hier wünscht
man sich mehr Harmonie.
Ansonsten fährt er sich nett
Der C3 liegt zwar nicht gerade wie ein Go- Kart, neigt
sich aber auch nicht so, wie einst die Ente Gott hab sie selig.
Die serienmäßig geschwindigkeitsabhängige Servolenkung
garantiert im Stadtverkehr eine sehr gute Handlichkeit und jede
Menge Rangiervergnügen, auf der Autobahn gibt sie das Lenkgefühl
recht direkt weiter. In flott gefahrenen Kurven schiebt der C3
aber deutlich über die Vorderräder. Aber gut, abgesehen
von der Schaltung weist ja auch nichts auf einen Sportwagen hin,
und gut zu handeln ist der Kleine allemal.
Spritzig trotz 68 PS
Eigentlich macht der kleine Dieselmotor viel Vergnügen.
Angenehm leise vermitteln die 68 PS das Gefühl, stets flott
unterwegs zu sein. 15,4 Sekunden von 0 auf 100 rechtfertigen zwar
noch keine Formel- 1-Schaltung, aber man schreit auch nicht wirklich
laut nach der 16V- Variante mit 90 PS. Eher nach der Version mit
Schaltgetriebe, die es in 13,4 Sekunden packt.
Alternativ gibt es natürlich auch Benziner,
zwischen 60 und 109 PS.
Alles an Bord!
In Sachen Ausstattung und Komfort gibt es nicht viel
zu meckern. Das Fahrwerk ist rückenfreundlich, ABS ist serienmäßig
(samt Notbremsassistent), dazu Seitenairbags, das Lenkrad ist
längs- und höhenverstellbar, die Rücklehne geteilt
klappbar, die elektrischen Fensterheber der X- Version haben einen
Einklemmschutz.
Ab der SX- Version gibt es das so genannte Moduboard,
eine geteilt klappbare Abdeckung im Kofferraum (der mit 305 Litern
übrigens nicht zu klein ausfällt), die praktisch einen
Zwischenboden auf Höhe der Ladekante einzieht (siehe Diashow).
Nachteil: Dieses Board nimmt viel Platz weg - und es klappert.
Ab dem SX gibt es dann auch eine manuelle Klimaanlage,
die auch bei sommerlichen Temperaturen einen kühlen Kopf
bewahren lässt, ohne Zugluft zu produzieren.
Fazit:
Der C3 ist ein netter, spritziger Kleinwagen, der
süß aussieht und richtig schön Platz bietet. Schade,
dass der SensoDrive den guten Eindruck etwas schmälert.
Stephan Schätzl