Mi, 13. Dezember 2017

Lange Ungewissheit

29.04.2008 19:13

Steyrerin seit 37 Jahren verschwunden

Vier Gesuchte waren gefangen! 132 Vermisste machen jetzt Oberösterreichs Kriminalisten mehr denn je Sorgen - am meisten die ältesten Fälle: Maria Varjai aus Steyr ist seit 1971 wie vom Erdboden verschluckt, Gerhard Felber aus Kirchdorf seit 28 und Peter Arigi aus Schörfling seit 14 Jahren. Auch Verbrechensopfer?

„Ich lasse meine Tochter nicht für tot erklären, weil sie lebt“, glaubt die Steyrer Mutter (74), dass ihre damals 16-jährige Tochter am 13. Oktober 1971 entführt worden ist. Dem war, wie im Fall Kampusch, auch in der Familie Varjai ein Streit vorausgegangen, weil das Steyrer Mädchen die Schule abbrechen und ins Kloster eintreten wollte: „Meine Tochter hat einen ungarischen Pfarrer überredet, sie abzuholen“, ist die Witwe noch heute überzeugt, obwohl alle Nachforschungen ergebnislos blieben.

Kein Lebenszeichen, nur Rätselraten: Im Fall Felber (29) wurde ein Raubmord vermutet, im Fall Arigi (52) wurden vage Spuren ins Ausland verfolgt. Julia Kesse (26) aus Grein verschwand 1990, Gertrude Rettensteiner (63) aus Weyer ´94. Der Gmundner Romeo Bachmayr (20) könnte 2003 am Traunstein verunglückt sein, auch die Ischlerin Karin Walkolbinger (37) dürfte ´04 im Gebirge umgekommen sein.

Von 1975 bis ´95 sind noch immer 39 oberösterreichische Vermisstenfälle ungeklärt, aber in jüngerer Zeit haben sich mehrere Abgängigkeitsanzeigen als „Morde ohne Leichen“ entpuppt: Nach 16 Monaten wurde ein erstochener Weyregger (35) im Mondsee entdeckt, nach Wochen wurden ein einbetonierter Bad Haller (26) und eine erwürgte Bachmanningerin (22) gefunden. 19 Tage lang hatte auch ein Mörder (48) in Vöcklabruck den Hinterbliebenen vorgemacht, sein verschwundenes Opfer (40) würde noch leben.

 

Foto: Hannes Markovsky

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