Mi, 22. November 2017

Post-Its mit Hirn

29.04.2008 11:48

Notizzettel fürs digitale Zeitalter

Eine Forschergruppe des MIT hat intelligente Post-Its entworfen, die mithilfe von Handschriftenerkennung und RFID die Kluft zwischen physischer und digitaler Welt überwinden. Eine Künstliche Intelligenz interpretiert die Notizen und kann beispielsweise durch Erinnerungen per SMS helfen, dass Nutzer schnell notierte Termine nicht vergessen. Damit Nutzer bei Bedarf auch die physischen Notizen leichter wiederfinden, sind in diese RFID-Tags integriert. In Anlehnung an den für Haftnotizen gebräuchlichen englischen Term "Stickies" hat das Team von Pranav Mistry seine Verbindung von realen und digitalen Welten "Quickies" genannt.

Damit die Quickies funktionieren, müssen sie mit einem digitalen Füller beschrieben werden, der ein Digitalisieren der Handschrift erlaubt (siehe Video oben). Die Notizen existieren dann sowohl auf Papier als auch auf dem Computer, wo sie per Interface aufgerufen und durchforstet werden können. Eine handelsübliche Software zur Handschriftenerkennung kommt zum Einsatz, damit der wichtigste Teil des Systems funktionieren kann.

"Die Schlüsselkomponente ist die Künstliche Intelligenz, die dazu dient zu verstehen, was der Nutzer eigentlich will", beschreibt Mistry. Werden etwa Termine notiert, schließt das System darauf, dass es rechtzeitig entsprechende Erinnerungen per SMS oder E-Mail schicken soll. Schreibt ein Nutzer dagegen einen Namen und dazu eine Telefonnummer auf, wird ein Kontakt im Adressbuch des Computers angelegt.

RFID-Tags machen "Quickies" ortbar
Die Arten, wie Quickies helfen können, seien sehr vielfältig, betont Mistry. So wäre es auch möglich, Nachrichten aufzuschreiben, die dann per SMS an das Handy eines Kontakts aus dem eigenen Adressbuch geschickt werden. Andererseits ist das System auch dazu gedacht, mithilfe der integrierten RFID-Tags die Haftnotiz-Zettel wiederzufinden. Das könne helfen, bei Bedarf eine per Notiz markierte Stelle in einem Buch (oder auch das Buch selbst) aufzufinden, beschreiben die Forscher ein Anwendungsbeispiel.

Mit der Entwicklung wollen die Forscher "eine der nützlichsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts" an das Informationszeitalter anpassen. Für die Entwicklung des Systems und seiner KI haben sie untersucht, wie normale Haftnotizen üblicherweise verwendet werden. Die Idee der "Quickies" ist inzwischen in Prototypen umgesetzt und wird bereits mit einem Partner einem längerfristigen Test unterzogen. Wann es auch Heimanwendern zur Verfügung stehen wird, ist allerdings noch offen. (pte)

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden