Mo, 18. Dezember 2017

Keine Finanzspritze

22.04.2008 20:23

Doppelmord soll ohne Kopfgeld geklärt werden

100.000 Euro Kopfgeld auf die Serien-Killerin, 50.000 Euro nach dem Strychnin-Anschlag, aber im Linzer Doppelmord gibt’s nach sechs Wochen noch keinen Cent Belohnung für zielführende Hinweise: Weil der Messerstecher im Drogenmilieu daheim sein dürfte, muss die Polizei befürchten, dass ein Kronzeuge das Steuergeld zum Rauschgiftkaufen missbrauchen könnte. So ein Deal wird abgelehnt!

„In dieser Szene eine Belohnung auszusetzen, wäre zweischneidig“, erklärt Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl, warum er sich auf die kriminalistische Kleinarbeit mit Hunderten Zeugenbefragungen und neuesten CSI-Methoden verlässt: „Wenn´s einen Mitwisser gibt, dann lebt er gefährlich, dann müssen wir ihn finden, ehe er von diesem derart brutalen Täter zum Schweigen gebracht wird.“

Die beiden süchtigen Bühnentechniker Wolfgang Huber (51) und Christian Janouschek (45) waren in dessen Wohnung am Urfahraner Hartmayrgut mit zwanzig Messerstichen ermordet worden. Erst der Jüngere an seinem Tonmischpult, dann der Ältere im Vorraum, nachdem er im Nebenzimmer geweckt worden war und nachschauen gegangen ist: Beiden wurden die Kehlen durchtrennt.

„Der Täter hat nichts mitgenommen, aber auch nichts zurückgelassen“, klagt Lißl, nachdem rund hundert DNA-Spuren vom Tatort ausgewertet und zugeordnet sind. Viele Freunde und Besucher der beiden Kokainkonsumenten hätten dazu freiwillig genetische Vergleichsproben abgegeben, ein Verdächtiger sei bisher aber nicht darunter gewesen. „In dieser Szene hat man keine Freude mit der Polizei“, stehen die Ermittler vor einer Mauer des Schweigens, wollen aber den Täter auch ohne finanziellen Köder noch fassen.

 

Foto: "Krone"

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