Di, 16. Jänner 2018

David gegen Goliath

11.04.2008 15:21

Schweizer Dorf wird von Franzosen drangsaliert

Die 713 Einwohner des kleinen Ortes Champagne in der Schweiz sind empört: Nachdem ihnen nach einem Deal der Europäischen Union mit der Schweiz bereits 2004 verboten worden ist, ihren Wein „vin du Champagne“ zu nennen, dürfen sie nun auch keine Kekse oder andere Produkte mit dem Vermerk „Rezept aus Champagne“ mehr verkaufen. Die Champagner – so nennen sich die Einwohner des Dorfes – wollen sich das nicht gefallen lassen.

Da die Ortschaft im Schweizer Kanton Waadt den Namen mit der berühmten Weinregion in Frankreich teilt, werden sie von den Franzosen seit Jahren drangsaliert. Den Weinbauern der Gegend wurde bereits vor vier Jahren verboten, ihren Wein unter dem Etikett „du Champagne“ zu verkaufen. Der Wein dort heißt jetzt „Libre-Champ“. Die Champagner wurden dabei Opfer eines Deals, den die Schweiz mit der EU um Flugrechte gemacht hat.

Leider war den Franzosen der Wein noch nicht genug. Jetzt wurde der örtlichen Bäckerei von einem Pariser Gericht auch noch verboten, auf ihre Keks-Verpackungen „Rezept aus Champagne“ zu schreiben. Der Kekshersteller musste außerdem seine Webseite champagne.ch schließen. Grund: Die Kekse wurden auch Frankreich angeboten, weshalb der Fall vor einem französischen Gericht verhandelt werden konnte. Der Besitzer Marc-Andre Cornu, der auch Bürgermeister des Ortes ist, befürchtet nun hohe Umsatzeinbußen und dass er dazu gezwungen würde, Teile seiner Belegschaft zu kündigen.

Cornu (Foto oben) sagt, es gehe bei diesem Kampf weniger um die Marke Champagne als um die Identität des Dorfes. Er wirft Frankreich Imperialismus vor. Wörtlich schimpfte er: „Das ist ein Beispiel für französischen Imperialismus gegen ein kleines Dorf, das einfach nur existieren will.“  Er kündigte an, gegen die Pariser Gerichtsentscheidung vorgehen zu wollen.  

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