So, 19. November 2017

Herzkatheter-Streit

01.04.2008 08:38

12.000 Unterschriften hätten viele retten können

Herzinfarkte enden für 1300 OberösterreicherInnen jährlich tödlich. Dieses Risiko ist im Traunviertel und in der Pyhrn-Eisenwurzen doppelt so hoch wie in Linz und Wels, wos die rettenden Angiografien gibt.

Solche Herzkatheterlabors fehlen aber in Steyr, Ried und Vöcklabruck, weil dafür der Politsegen und damit die Steuergelder fehlen: 340.000 Oberösterreicher müssen somit außerhalb der Reichweite der Angiografie-Zentren leben, wo innerhalb von 90 Minuten nach den ersten Schmerzsymptomen die Herzgefäße wieder geöffnet und die Herzmuskeln gerettet werden können. Viele Landsleute könnten also noch leben, wenn schon vor einem Jahr diese Notstandsgebiete aufgerüstet worden wären, wofür die Ärzte bei Patienten 12.000 Unterschriften gesammelt hatten: „Das ist bisher an der Kostenfrage und an der Parteipolitik gescheitert“, klagt Gesundheits-Landesrätin Silvia Stöger (SP): Ein rettender Tisch koste zwar nur eine halbe Million, aber sein Betrieb rund um die Uhr pro Jahr fast drei Millionen Euro, schreckte der Landesrechnungshof die Regierungsmehrheit ab, die ein Expertengremium einschaltete, das allen Statistiken misstraut.

Deshalb werden nun bis Ende April alle Akutinfarkte beobachtet, Fahrzeiten, Sterberaten und Erfolgszahlen verglichen, um bis 30. Juni der Politik „Empfehlungen“ geben zu können. Obwohl laut der Medizinerin Dr. Stöger nie ein Zweifel bestand, dass unser Land drei zusätzliche Geräte braucht.

Foto: Hartenthaler

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