Sa, 18. November 2017

Doppelmord

25.03.2008 20:08

Attackierte selber Täter Therapeut und Süchtige?

Erstes Ergebnis aus dem CSI-Labor: Bei beiden Linzer Mordopfern war der Kokain-Schnelltest positiv. Damit verstärkt sich jetzt der Verdacht, dass die Kriminalisten den Messerstecher in der Rauschgiftszene suchen müssen. Und dass der Doppelmord an den Drogenkranken und das Attentat auf den Drogentherapeuten auf dasselbe Konto gehen könnten: auf das eines ganz brutalen Dealers?

Die Linzer Ermittler können einen Zusammenhang weder ausschließen noch bestätigen, solange die DNA-Spuren von beiden Tatorten nicht analysiert und die Handy-Gespräche der beiden Mordopfer nicht eruiert sind.

Am 7. März war der Linzer Oberarzt Dr. Bernhard Lindenbauer (51) vor der Landes-Nervenklinik durch 15 Messerstiche verletzt worden. Drei Tage später wurden die beiden Licht- und Tontechniker Wolfgang Huber (51) und Christian Janouschek (45) am Urfahrer Hartmayrgut mit mehr als 20 Messerstichen getötet, nachdem sie am Vorabend das Linzer Fendrich-Benefiz-Konzert betreut hatten. Ihre beiden spärlich gefüllten Brieftaschen waren nicht geplündert, die Wohnung nicht durchsucht - ein Raubmotiv scheidet somit im Drogenmilieu wie beim Drogentherapeuten aus.

Janouschek kannte Dr. Lindenbauer, der das Methadon-Ersatzdrogen-Programm genehmigen musste, sich aber auch damit keine Feinde unter seinen Patienten machte. Weder der Arzt noch seine Kollegen im Spital kennen den Attentäter, von dem ein Phantombild gezeichnet wurde: ein verrückter Dealer, dem der Psychiater die Kunden abspenstig machte? Und dem die Junkies noch Geld schuldig waren?

Wolfgang Huber war jedenfalls vor seinen Gläubigern auf der Flucht, seit er vor vier Jahren seine Frau und fünf Kinder in Reichenau im Mühlkreis verlassen hatte: Er lebte als „U-Boot“ in Molln und Mondsee, tauchte nur zu den Konzerten mit den Pop-Stars auf.

 

Fotos: "Krone"/Horst Einöder

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