Do, 23. November 2017

Verdächtiger in Haft

25.03.2008 20:05

Nach Säure-Anschlägen flogen Gaunereien auf

Die Welser Justiz lässt die Verteidigungsstrategie mit der Verschwörungstheorie nicht gelten: Der Raaber Bauland-Spekulant Johann V. (48) bleibt bis 25. April in Haft. Nicht nur wegen des Verdachts, fünf Säure-Pakete verschickt zu haben. Er soll auch eine Bäuerin und eine Feuerversicherung um 6,5 Millionen Schilling betrogen haben.

Wenn auch voll die Unschuldsvermutung gilt, sagt der Welser Leitende Staatsanwalt Dr. Franz Haas nach der gestrigen Haftprüfung: „Der Tatverdacht wird durch zwei Zeugenaussagen derart erhärtet, dass das Verfahren auf Veruntreuung, schweren Betrug und gefährliche Drohung erweitert wird.“

Die Vorwürfe sind schon bekannt: Der verheiratete Mann soll der geschiedenen Mutter seines außerehelichen Sohnes geborgte 330.000 Euro nicht zurückgezahlt haben. Und ihr auch noch gedroht haben: „Wenn du etwas sagst, dann passiert dir was!“ Rache?

Einer seiner Feinde behauptet nun auch, er hätte schon 1997 für 100.000 Schilling Belohnung jenes Rappelgut in Weißkirchen an der Traun niederbrennen sollen, dass dann im Jahr 2000 tatsächlich zweimal hintereinander angezündet wurde. Der Besitzer Johann V. hatte ein Alibi und kassierte zwei Millionen Euro von der Versicherung. Sein Gründland rundherum wurde aber erst Bauland, nachdem er es entnervt weiterverkauft hatte - mit zehn Millionen Schilling statt fast drei Millionen Euro Spekulationsgewinn.

Die lukrative Umwidmung hatten ihm jene Politiker und Beamten verweigert, die am 7. März die Stinkbomben bekamen. Weil die Buttersäure den Alt-Bürgermeister und SPÖ-Landtagsabgeordneten Rudolf Prinz (61) verätzte, wurde Johann V. wegen Verdachts der Körperverletzung verhaftet.

 

Repro: Markus Wenzel

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