Mo, 20. November 2017

Drohende Armut

20.03.2008 19:22

¿Wären´s beim Mann geblieben¿

Geschieden, der Ex-Ehemann zahlt nicht, sie sind auf Vorschuss vom Staat angewiesen, kriegen aber gar nichts oder zu wenig: Zwei Mütter aus dem Bezirk Linz-Land erzählten der „Krone“, wie sie freitags im Supermarkt stehen und gerade zwei Liter Milch und ein Brot fürs Wochenende kaufen können. Und wie oft sie zu hören bekommen: „Hätten Sie sich halt nicht scheiden lassen.“

Beide lassen sich nicht unterkriegen, obwohl es schwer ist. Manuela (42), seit zehn Jahren Alleinerzieherin mit Tochter (17) und Sohn (14), arbeitet jetzt wieder Vollzeit. „Ohne Oma und Opa geht gar nichts“, ist sie froh über die Hilfe ihrer Familie. Anita (37) nickt dazu. Sie hat einen Halbtagsjob, um mit den drei Buben (14, 12, und 2) überleben zu können. Wenn der Kleine krank ist, springen die Großeltern ein. Pflegeurlaub? Sie traut sich ja nicht einmal daheim zu bleiben, wenn sie selbst eigentlich ins Bett gehört. Zu groß ist die Angst, die Arbeit zu verlieren. War schwer genug, eine zu bekommen.

„Von Männern kommt oft der Vorwurf, Frauen finanzieren mit dem Unterhalt ein Luxusleben“, ärgert sich SP-Frauenchefin Sonja Ablinger aus Linz. Luxus? Für Anita ist das, alle paar Monate mal auf einen Kaffee gehen zu können oder ein paar Pralinen, die sie mit ihren Söhnen teilt. Die Zahnspange für den Großen war einfach nicht drin. Und Manuela hat eine Zeit lang nebenbei für andere gebügelt, um nach Jahren einmal eine Woche mit den Kindern wegzufahren.

„Unterhaltsrecht leider kein Männerproblem!“
Ein sozialeres Unterhaltsrecht fordert die oö. SP-Frauenchefin Sonja Ablinger. „Nur jede zweite der 50.000 Alleinerzieherinnen erhält regelmäßig Geld, die anderen müssen kämpfen.“

Beim Unterhaltsvorschuss vom Staat gibt’s Lücken.
Ja, sogar große. Verfahren dauern Monate bis Jahre, der Anspruch endet mit 18, egal, ob das Kind noch in Ausbildung ist. Und er ist nicht bedarfsorientiert. In einem Fall kriegt die Mutter 27 Euro im Monat!

Da hätte doch längst etwas geändert werden müssen.
Wenn´s dabei um Männer ginge, wäre das Problem schon lange gelöst. Aber es betrifft ja hauptsächlich Frauen und Kinder.

 

Foto: Chris Koller

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